Nachrichtensammlung

Beschäftigte übergeben Foto-Petition

Schulen

Beschäftigte übergeben Foto-Petition

Die in ver.di organisierten Beschäftigten an den Schulen, vor allem der nicht-pädagogischen Berufsgruppen, haben sich in den letzten Wochen in mehreren Videokonferenzen über die Lage in den teilgeöffneten Schulen ausgetauscht. Viele, insgesamt 118 KollegInnen, haben sich mit ihrem Gesicht hinter die Forderungen nach Schutz und Entlastung aus dem offenen Brief an die BSB gestellt.

Das hat den Verantwortlichen aus der Schulbehörde, aber auch den Medien Eindruck gemacht!

Am Dienstag, den 9.6. hat eine kleine Delegation die Schulbehörde besucht. Die Amtsleiter der Ämter für Verwaltung und für Bildung haben die Petition entgegen genommen, einen Tag später wurde die Geschäftsleitung von SBH mit den Forderungen bekannt gemacht.

In der Öffentlichkeit wurden die berechtigten Forderungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Beschäftigten und den Kindern positiv aufgenommen. Diese dpa Meldung hat es bis zur Süddeutschen Zeitung geschafft, aber vor allem auch in die regionalen Medien wie NDR und Abendblatt:

"Hamburg: Schulbeschäftigte fordern besseren Corona-Schutz
Beschäftigte an Hamburger Schulen fordern einen besseren Schutz gegen das Coronavirus. Die derzeitige Lage sei grotesk, erklärte heute ver.di-Gewerkschaftssekretär Max Stempel. "Teilweise muss um einen Spuckschutz für wenige Euro gebettelt werden." Die Behörde würde gut daran tun, auf die Beschäftigten zu hören. "Für einen Normalbetrieb, wie er nach den Ferien angedacht ist, sind die Schulen so nicht gerüstet." Morgen werde eine Delegation dem Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) eine Petition übergeben, kündigte Stempel an. Auf Fotos forderten dabei vor allem Beschäftigte aus dem nichtpädagogischen Bereich unter anderem einheitliche Maßnahmen zum Infektionsschutz, Homeoffice für Angehörige von Risikogruppen, ein engmaschiges Testverfahren für Schüler und Beschäftigte und mehr Personal zum Ausgleich coronabedingter Ausfälle."

Am Dienstag hat außerdem Sat 1 über die Übergabe der Petition berichtet und den Schulsenator direkt im Interview mit euren Forderungen konfrontiert: Ab Minute 3:05

  • Im Gespräch mit den Amtsleitern der Schulbehörde wurde zugesagt, dass bei zukünftigen Anweisungen an die Schulen auch die nichtpädagogischen Beschäftigten aus Risikogruppen bezüglich Regelungen zur Ermöglichung fürs Homeoffice benannt werden. Allerdings mit einer großen Einschränkung. Die derzeitige Planung ist, dass je nach Verlauf der Infektionen, nach den Sommerferien prinzipiell alle Schulbeschäftigten vor Ort sein sollen und nur im Ausnahmefall sehr eingeschränkt Beschäftigte z.B. mit spezifischen Vorerkrankungen nach Attest ins Homeoffice dürfen. Hier wird es ganz wichtig sein, gemeinsam nach den Sommerferien zu bewerten, welche Regelungen getroffen werden. Und wenn es nötig ist, durch gemeinsame Stärke Schutzmaßnahmen für KollegInnen aus Risikogruppen durchzusetzen!
  • Für die Forderung „Schulbüros für unaufgeforderten Zutritt sperren“ soll zeitnah eine Lösung gefunden werden, ebenfalls mit einer zentralen Anweisung an die Schulen. ver.di Aktive aus den Schulbüros werden dazu der Schulbehörde einen Formulierungsvorschlag schreiben.
  • Ebenso wird geprüft, jedem Schulbüro einen Laptop zentral von der Behörde zur Verfügung zu stellen, um Homeoffice zu ermöglichen.
  • Ab den Lernferien sollen zudem erste Tests auf das Corona Virus an den Schulen starten.
  • Für spezielle Sonderschulen sollen weitere spezielle Schutzmaßnahmen entwickelt werden.

Im Gespräch wurde zusätzlich zu den Forderungen angeregt, eine Gefährdungsbeurteilung an den Schulen durchzuführen. Dazu wird die Behörde demnächst dem Gesamtpersonalrat berichten, wie damit verfahren werden soll.

Eine Einbindung des Gesamtpersonalrats in den Krisenstab der Behörde lehnen die Verantwortlichen kategorisch ab. Der Krisenstab sei eine „Militärische Kommandozentrale“, in der im kleinen Kreis und vertraulich gearbeitet würde, da hätte eine Beschäftigtenvertretung nicht zu suchen.

Am Ende des Gesprächs wurde durch die Delegation noch ein anderes Thema angesprochen. Bezüglich der Gestaltung von Verwaltungsleitungsstellen an den Schulen ab Herbst war bereits im März eine Einbindung von ver.di für Mai zugesichert worden. Es wurde zugesichert, dass dazu noch diese Woche eine Einladung seitens der Behörde erfolgen soll.

Beim heutigen Gespräch über gleiche Bezahlung der Betriebsdienste wurde ebenfalls die Foto Petition gezeigt und das Thema gleiches Recht auf Freistellung für Beschäftigte aus Risikogruppen angesprochen. Es wurde angeregt, dass von SBH eine umfassende Gefährdungsbeurteilung an den Schulen durchgeführt wird. Dies wird jetzt geprüft.
Über das Ergebnis dieses Gesprächs wird  in regionalen Videoversammlungen in Wandsbek, Altona und Nord informiert und beraten. Für alle anderen gibt es zunächst weitere Informationen per Mail. An dieser Stelle nur so viel: Der Weg ist von Hamburger Seite frei für Tarifverhandlungen zur besseren Eingruppierung der Betriebsdienste!

Es hat sich gezeigt: Nur dadurch, dass die Kolleg*innen sich gemeinsam für ihre wichtigen Forderungen stark gemacht habe, ließen sich die Verantwortlichen der Schulbehörde zu ersten Zugeständnissen bewegen.
Nur mit noch größerer gemeinsamer Einigkeit und Stärke werden die Beschäftigten ihre berechtigten Forderungen zu Schutz, Entlastung und Eingruppierungsgerechtigkeit durchsetzen können.

Mehr Infos gibt es in unserer Pressemeldung zur Übergabe der Petition.

Übergabe der Foto-Petition. Die Delegation mit dem Transparent, dass die Foto-Petition zeigt, vor der Schulbehörde. ver.di Hamburg Foto-Petition: Übergabe  – Übergabe der Foto-Petition. Die Delegation mit dem Transparent, das die Foto-Petition zeigt, vor der Schulbehörde.
Foto-Petition des nicht-pädagogischen Personals an Hamburger Schulen. ver.di Hamburg Foto-Petition  – Foto-Petition des nicht-pädagogischen Personals an Hamburger Schulen.