Nachrichtensammlung

Ohne Beschäftigte weder Verkehr noch Transport!

Kundgebung

Ohne Beschäftigte weder Verkehr noch Transport!

Seit heute und noch bis zum 15. Oktober 2021 findet in Hamburg der 28. ITS Weltkongress statt, zu dem bis zu 3500 Delegierte und bis zu 7000 Besucher*innen erwartet werden. Die regelmäßig wiederkehrende Weltmesse für technische Lösungen in den Bereichen Transport, Verkehr und Logistik will die die aktuellen technologischen Entwicklungen der Branchen darstellen. Für ver.di ist es ein Skandal, dass die Auswirkungen der technologischen Entwicklungen auf Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen auf dieser Messe keine Rolle spielen. Deswegen hat der Fachbereich Verkehr in ver.di Hamburg am heutigen Montag zur Kundgebung vor dem Austragungsort, dem CCH, aufgerufen.

Vor dem CHH waren diejenigen lautstark zu hören, deren Stimmen drinnen nicht gehört werden: Die Beschäftigten.

Vertreter*innen aus unterschiedlichen Verkehrs-Branchen standen zusammen und machten deutlich, dass die Sichtweise und die Anliegen der Beschäftigten bei der Gestaltung der Digitalisierung eine bedeutende Rolle spielen müssen. Sogar aus Bremerhaven waren einige Kollegen angereist und zeigten ihre Solidarität. Redner*innen aus verschiedenen Hafenbetrieben, dem Luftverkehr und dem ÖPNV schilderten die Situation in ihren Unternehmen. Sie machten deutlich, dass trotz Digitalisierung ohne die Menschen der Betrieb nicht läuft. Ob es darum geht, dass die viel gepriesenen fahrer*innenlosen Busse neue Angsträume im öffentlichen Raum schaffen, weil kein*e Busfahrer*in mehr an Bord ist, oder ob es um die Flexibilität der Kolleg*innen geht, die reibungslose Abläufe erst ermöglicht: Neue Technologien erfordern immer, dass genau hingesehen und geprüft wird, ob sie der Erleichterung und Entlastung dienen, oder der Rationalisierung und Arbeitsverdichtung. Eines ist vielen Redner*innen wichtig: Sie lehnen technische Neuerungen nicht grundsätzlich ab, aber dann, wenn diese nicht dem Menschen dienen, sondern Arbeitsplätze vernichten, den Druck erhöhen oder die Arbeit belastender machen. Die Kolleg*innen fordern die Möglichkeit für Beschäftigte und Gewerkschaften, den Wandel mit zu gestalten.

Zur Sprache kam auch die gesellschaftliche Dimension eines drohenden massenhaften Arbeitsplatzabbaus: Auf den Punkt bringt es wohl diese Aussage: „Maschinen zahlen keine Steuern, sie kaufen nicht ein und sie gehen auch nicht wählen!“

Die neu gewählte Hamburger DGB-Vorsitzende Tanja Chawla ließ es sich nicht nehmen, die Kundgebung zu besuchen und ein Grußwort zu sprechen. Sie betonte, dass der DGB dafür kämpft, dass die die Stimme der Beschäftigten bei der Gestaltung von technologischen Veränderungen gehört wird. Denn nur mit den Kolleg*innen gemeinsam und nicht gegen sie könnten neue Technologien sinnvoll für den bevorstehenden ökologischen Wandel genutzt werden.