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Ein Zeichen der Solidarität mit Menschen auf der Flucht vor Verfolgung …

Ein Zeichen der Solidarität mit Menschen auf der Flucht vor Verfolgung und Tod

Hamburg, 21. April 2015 |Eine Schande für Europa. Für alle, die es heute schlimm finden, was da vor Sizilien passiert, aber morgen bloß keinen Flüchtling in der stätischen Turnhalle sehen wollen. Eine Schande für unsere Politiker, allen voran die EU Innenminister der letzten 20 Jahre.“ Dieses Zitat ist Teil eines Kommentars  von Markus Preiß für die Tagesschau am vergangenen Sonntag.

Betroffenheit ersetzt keine kluge und vorausschauende Handlung. Das Absetzen des humanitären Engagements zur Rettung von Bootflüchtlingen “mare nostrum“  im Herbst letzten Jahres war ein politischer Fehler mit Ansage, der vielen tausend Menschen im Mittelmeer den Tod gebracht hat. Dass unsere politischen Vertreter in Europa damit kalkuliert haben, dass das Sterben von Menschen bei der Flucht vor Elend und Verfolgung eine Abschreckung verursacht, die alle Weiteren daran hindert vor eben diesen lebensbedrohenden Gefahren zu fliehen ist zynisch. Das ist eine Schande für Europa!

Wir brauchen eine entschlossene und solidarische Haltung im Namen der Menschlichkeit in Europa. Flüchtlinge dürfen keinem politischen Kalkül ausgesetzt sein. Es braucht vielmehr ein Rettungsprogramm, das Menschen in ihrer akuten Notlage hilft.  Es ist die humanitäre Pflicht eines Jeden Menschen in Not zu helfen. Danach braucht es unsere Solidarität in den Städten und Gemeinden in ganz Europa, um diesen vor Tod und Hunger geflohenen Sicherheit zu geben. Wir fordern unsere Politiker auf sich für Menschenrechte einzusetzen. Diese gelten für alle Menschen und nicht nur für Europäer insbesondere auch für diejenigen, die sich in Lebensnot an uns wenden.

Ein besonderes Beispiel an humanitärer Hilfeleistung in höchster Not gab es am 12. April im Mittelmeer. Der Kapitän und die Mannschaft des Containerschiffs Giorgina der Hamburger Reederei Offen haben in beispielhafter Aktion über 400 Flüchtlingen in Seenot das Leben gerettet. Das nachfolgende Schreiben haben wir für ver.di-Hamburg an die Reederei Offen mit unserer Anerkennung und unseren Respekt für diese Leistung gesandt.

Berthold Bose                  Olaf Harms

 

Schreiben der ver.di-Landesbezirksleitung
Hamburg, 20. April 2015

Sehr geehrter Herr Offen,

am 12. April 2015 hat Kapitän Pawel Banys mit seiner Mannschaft Ihres Containerschiffes Santa Giorgina der Menschlichkeit ein Gesicht verliehen. In einer beispiellosen  Aktion retteten sie über 400 Schiffbrüchige vor dem sicheren Tod. Alle an der Aktion Beteiligten sind dabei sicher weit über ihre Grenzen hinaus gegangen, um Menschen aus großer Not zu retten. Damit haben ihre Beschäftigten und besonders ihr Kapitän nicht nur ein nachhaltiges Zeichen professioneller Seenotrettung gesetzt, sondern viel bedeutender ein vorbildliches Signal tiefer Menschlichkeit.

Insbesondere die schwierige Situation bei Dunkelheit und Wellengang Menschen mit Todesangst zu bergen und über Stunden hinweg dafür die mentale und körperliche Kraft aufzubringen hat sicher Allen an Bord das Letzte abverlangt. Ihr Mut und ihr Einsatz wurden belohnt. Sie können und sind als Reeder gewiss mit Recht stolz auf diese tolle Leistung ihrer Beschäftigten!

Wir möchten der Mannschaft und dem Kapitän der Santa Giorgina unsere Anerkennung und unseren Respekt aussprechen für diese herausragende humanitäre Hilfeleistung! Menschen wie sie zeigen, dass Achtung vor dem Leben und Hilfe in Not wahre Werte sind! Dies gilt auf See sowie auch an Land!

Berthold Bose      Petra Reimann      Sandra Goldschmidt