Digitalisierung - Arbeit 4.0

Die Arbeitswelt ist im Wandel – in vielen Bereichen und mit einem enormen Tempo. Auch im Dienstleistungsbereich ist dieser Wandel mit seinen Folgen deutlich zu spüren.

Crowdsourcing und Cloudworker sind Schlagwörter dieser Entwicklung und Beispiele für neues, losgelöstes Arbeiten vom klassischen Betrieb, häufig in prekärer Form. Aber auch die Selbstscannerkasse bei IKEA und REWE, die vollautomatische Apotheke im Krankenhaus oder die Kontoeröffnung über das Internet – die Digitalisierung hat zunehmend Auswirkung auf betriebliche Prozesse und somit direkt auf die Arbeits- und Entgeltbedingungen der Beschäftigten. Das stellt Belegschaften, Betriebs- und Personalräte und ihre Gewerkschaften vor neue Herausforderungen.

Wie stark ist der Digitalisierungsprozess aber wirklich? Wie schnell werden sich Tätigkeiten am Arbeitsplatz verändern? Und vor allem, was bedeutet das für die berufliche Perspektive von Beschäftigten?

Um diesen und weiteren Fragen nachzugehen, hat ver.di Hamburg gemeinsam mit der Hans - Böckler - Stiftung eine Studie für den Nordeutschen Dienstleistungssektor in Auftrag gegeben.

In einer mehrmonatigen Untersuchung stellte ein beauftragtes Institut darin fest, dass die Digtalisierung unterschiedlich stark auf die Nordeutschen Dienstleistungsbranchen wirkt und zwischen 10 bis 15 Prozent aller Arbeitsplätz vom Digitalen Wandel in den nächsten Jahren im Norden betroffen sein könnten.

Die Studie steht bei der Hans-Böckler-Stiftung zum Download zur Verfügung:

Hier finden Sie die Studie

Gesundheitswesen:

Im Gesundheits- und Sozialwesen spielt die Digitalisierung bereits heute eine erhebliche Rolle, berichtet Michaela Evans vom Institut für Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen im Interview. Auch die interaktive Arbeit mit Menschen wird zunehmend durch Algorithmen beeinflusst. So gibt ein Viertel der Beschäftigten in Pflege und Medizin bei einer Befragung an, dass sie ihre nächsten Arbeitsschritte zunehmend nicht mehr selbständig planen können. Evans hält es für entscheidend, wie digitale Technik eingesetzt wird: Trägt sie zur Entlastung bei oder schafft sie neue Belastungen? Die Wissenschaftlerin plädiert für einen »Modernisierungsdialog« der organisierten Sozialpartner in der Branche. Ziel müssten verlässliche Rahmenbedingungen für den Einsatz digitaler Technik, für die Arbeitsgestaltung und die Entlohnung sein.

Das ganze Interview gibt es hier

 

ver.di Kampagnen