Antirassismus

Ein Stolperstein für Paula Mielke und Oskar Mielke

Ein Stolperstein für Paula Mielke und Oskar Mielke

Am 18.Mai 2019 verlegte der Künstler Gunter Demnig im Eppendorfer Weg 57, dem letzten Wohnhaus von Paula und Oskar Mielke, für die beiden einen Stolperstein.

Die Initiative hierfür entstand auf der Trauerfeier von Heike Lorenzen, Tochter von Paula Mielke und Gewerkschafterin.

Die Patenschaft für die Stolpersteine übernehmen Familienangehörige. Der Arbeitskreis Antirassismus in ver.di Hamburg (AK AntiRa) hat die Bemühungen tatkräftig unterstützt.

Der AK AntiRa sieht Erinnerungsarbeit als eine seiner wichtigen Aufgaben. So stellen Kolleginnen aus dem AK jedes Jahr auf dem Ohlsdorfer Friedensfest (OFF) Biografien von Frauen vor, die sich aktiv gegen das NS-Regime gestellt haben. Diese Biografien basieren auf eigenen Recherchen, denn oftmals sind es gerade die Frauen, deren Widerstand im Alltag, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, in lokalen politischen Bezügen, stattfand und davon bedroht ist, in Vergessenheit zu geraten.

Paula Mielkes Biografie war eine der ersten, die auf dem OFF vorgestellt wurden.

Diese Erinnerungsarbeit soll dazu beitragen, den Blick auf Formen des Widerstandes zu lenken, der nicht in der „ersten Reihe“ stattgefunden hat, gleichwohl aber eine Gefahr für Leib und Leben bedeutete.

Sie soll zugleich Ermutigung und Aufruf sein, auch heute eine klare Haltung gegen Faschismus und Diskriminierung einzunehmen.

Der Künstler Gunter Demnig erinnert mit den Stolpersteinen an das Schicksal der zahllosen Menschen, die während des Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben, ermordet oder in den Suizid getrieben wurden.

Paula Mielke war Gewerkschafterin und Antifaschistin und agitierte schon früh gegen die drohende faschistische Gefahr. 1933 wurde sie von der Gestapo gefasst und über ein Jahr inhaftiert. Nach ihrer Entlassung beteiligte sie sich weiter an der Arbeit gegen das Nazi-Regime und wurde noch mehrmals verhaftet und verurteilt. 1938 heiratete sie ihren zweiten Mann Oskar Mielke, der während des Krieges zum sog. „Bewährungsbataillon 999“, einem Strafbataillon, eingezogen wurde.

Paula Mielke wurde nur 35 Jahre alt.

Informationen zu den Stolpersteinen gibt es hier:www.stolpersteine.eu

Wir bedanken uns sehr herzlich bei den Angehörigen, die zur Verlegung gekommen sind, beim Chor Hamburger Gewerkschafter*innen für die musikalische Begleitung und nicht zuletzt bei Ruth Sanio-Metafides vom AK AntiRa, die sich persönlich sehr um die Verlegung gekümmert hat.