Liebe Kolleg*innen, liebe Antifaschist*innen,

im August jährt sich zum 30. Mal das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen.

Im Verlaufe mehrtägiger Ausschreitungen bewarfen die Täter*innen unter dem Beifall von 3000 Zuschauer*innen eine Wohnunterkunft, in der sich noch über 100 Menschen aufhielten, mit Molotowcocktails und setzten so die Unterkunft in Brand. Während das Haus brannte, zog sich die Polizei zurück. 

"Das brennende Sonnenblumenhaus ist bis heute ein Symbol rechter Gewalt. Aber nicht nur hier und nicht nur 1992 werden unzählige Menschen durch rechte und rassistische Gewalt verletzt, getötet und traumatisiert – Lichtenhagen war und ist kein Einzelfall." (Aus dem Aufruf des Bündnisses 'Gedenken an das Pogrom. Lichtenhagen 1992.')

Aus diesem Anlass ruft ein großes und vielfältiges Rostocker Bündnis für den 27. August zu einer bundesweiten Demonstration in Rostock-Lichtenhagen auf. In Hamburg hat sich auf Einladung des Hamburger Bündnisses gegen Rechts ebenfalls ein Bündnis gebildet, um zu dieser Demonstration zu mobilisieren und eine gemeinsame Busanreise zu ermöglichen.

Die furchtbaren Ereignisse in Rostock-Lichtenhagen waren geprägt durch eine stillschweigende Kumpanei von Rechtskonservativen, Sicherheitsbehörden, organisierten Neonazis und einem entfesselten Mob aus biederen Bürger*innen. Die Polizei war tagelang nur mit geringen Kräften vor Ort und zog sich auf dem Höhepunkt sogar teilweise zurück. In zynischer Umkehr von Opfern und Täter*innen diente Monate später u.a. das Pogrom von Rostock als Rechtfertigung, das Asylrecht fast vollständig zu demontieren. Unter den bekannten Nazikadern aus der ganzen Republik, die spätestens am zweiten Tag nach Lichtenhagen kamen, war auch der Hamburger Christian Worch, der aus seinem Auto heraus per Funkgerät die Angriffe auf das „Sonnenblumenhaus“ steuerte. Aber auch aus Hamburg gab es damals Widerstand gegen die rassistische Mobilisierung, Menschen fuhren nach Rostock und beteiligten sich an der Verteidigung des Sonnenblumenhauses. Hieran wollen wir anknüpfen und fahren gemeinsam zur Demo in Rostock-Lichtenhagen, denn: Erinnern heißt verändern!

Unter www.keine-stimme-den-nazis.org/  findet ihr die Timeline der Mobilisierungsveranstaltungen sowie den Hinweis auf die Kundgebung vor dem Erstaufnahmelager Nostorf-Horst.

Die Großdemonstration findet am 27.08.2022 um 14 Uhr in Rostock-Lichtenhagen statt, die gemeinsame Busanreise aus Hamburg erfolgt um 9:30 Uhr vom Busparkplatz des Bahnhofs Sternschanze.

Busfahrkarten gibt es in der 'Buchhandlung im Schanzenviertel', der 'Büchergilde Gutenberg' im Gewerkschaftshaus, dem 'Schwarzmarkt', bei der VVN und im Infoladen Wilhelmsburg. Um es allen Menschen zu ermöglichen, mit nach Rostock zu fahren, staffeln wir den Fahrpreis von 5 bis 35 Euro und bitten alle Mitfahrenden um solidarische Selbsteinschätzung.

Für Mitglieder der DGB-Gewerkschaften übernimmt die ver.di Jugend Hamburg die Kosten der Anreise. (Das Angebot richtet sich in erster Linie an jugendliche Gewerkschafter*innen, aber natürlich wird niemand ausgegrenzt.)

Anmeldung bei der ver.di-Jugend unter: jugend.hh@verdi.de - Bitte beachtet, dass die Platzzahl begrenzt ist, die Anmeldungen werden nach der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt.

Wir freuen uns auf eure Anmeldungen und senden solidarische Grüße,

Landesbezirksjugendvorstand der ver.di Jugend Hamburg

Großdemo am 27.8.22 in Rostock - das Plakat

Hamburger Mobilisierungsplakat zur Demo in Rostock am 27.8.2022.
© HbgR - keine-stimme-den-nazis.org

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