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Tarifkonflikt Deutsche Post

Post - Azubis werden in Geiselhaft genommen

Tarifkonflikt Deutsche Post

07.04.2015

Der Tarifkonflikt bei der Deutschen Post AG spitzt sich weiter zu. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) wirft dem ehemaligen Staatsunternehmen mit der Gründung der DHL Delivery GmbH  Vertragsbruch bei der Fremdvergabe und damit einhergehende Tarifflucht vor. Die 5000 Beschäftigten, die seit 01. April in bundesweit 49 Regionalgesellschaften der konzerneigen Tochter beschäftigten werden, erhalten 20 Prozent weniger Lohn, als es der Haustarifvertrag der Deutsche Post AG vorsieht. Diese Tarifflucht versucht ver.di in der aktuellen Tarifrunde zur Arbeitszeit durch eine Wochenarbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36,0 Stunden zu kompensieren.

Neben den vielen tausend befristet Beschäftigten, die von der Deutschen Post AG in die neue Billigtochter gedrängt wurden, sollen jetzt auch die Auszubildenden nach ihrer Ausbildung vor die Wahl gestellt: Entweder unter Tarif bei DHL Delivery oder kein entfristetes Arbeitsverhältnis.

Dazu Lars - Uwe Rieck, ver.di Landesfachbereichsleiter Postdienste Hamburg/Nord: „Die Auszubildenden werden in den Tarifkonflikt mit hineingezogen und somit als Geiseln genommen. Nicht wenige haben eine Ausbildung bei der Post aufgenommen, um danach auch bei ihr und nicht bei einer Tochterfirma zu schlechteren Einkommensbedingungen beschäftigt zu werden.“

Gegen die Androhung der Deutschen Post AG machen die Auszubildenden jetzt mobil. Mit einer Aktion am morgigen Mittwoch, den 08.April unter dem Motto: „Deutsche Post = Sparen auf Teufel komm raus!“ ruft die ver.di Jugend von 13.00 Uhr bis 14.00 Uhr zu einer Kundgebung am Gerhart – Hauptmann – Platz in der Hamburger Innenstadt auf.

In den fünf norddeutschen Bundesländern werden insgesamt 600 Auszubildende bei der Deutschen Post, vorrangig als Fachkraft für Kurier- Express- und Postdienstleistungen (FKEP), ausgebildet. Ende Juni diesen Jahres beenden rund 320 davon ihre Ausbildung. In Hamburg sind 75 von 140 Auszubildenden betroffen, die zu diesem Zeitpunkt ihre Ausbildung abschließen.

Für Rückfragen: Thomas Ebeling, ver.di Hamburg/ Nord, Handy: 0160 90525989