Pressemeldungen

Tag der Entgeltgleichheit

Tag der Entgeltgleichheit

13.10.2016

Hamburg, 13. Oktober 2016 – Pressemeldung 59/2016

Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit

„Eigentlich können wir ab heute bei vollem Gehalt zu Hause bleiben….“

Am Freitag, den 14. Oktober findet bundesweit der „Tag der betrieblichen Entgeltlichkeit“ statt. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) will an diesem Tag auch in Hamburg mit einem Infostand auf die nach wie vor bestehende Ungleichheit bei Löhnen und Gehältern zwischen Männern und Frauen hinweisen.

„Ab Freitag beginnt die Ungerechtigkeit in der Vergütung. Wenn man die statistische Lohnlücke zwischen den Geschlechtern zurückrechnet, arbeiten Frauen ab jetzt bis Ende des Jahres unentgeltlich“, sagt Renate Götze von ver.di Hamburg. „Mit 21 Prozent ist die Entgeltdifferenz zwischen den Geschlechtern in Deutschland eine der höchsten in der Europäischen Union.“

In Hamburg liegt die Lohndifferenz laut Frauenreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zwischen Männern und Frauen sogar bei 22 Prozent. Ein Teil der Entgeltlücke lässt sich demnach  durch die verschiedenen Berufe, der höheren Unterbrechungs- und Teilzeitquote bei Frauen aufgrund von Familienpflichten, sowie unterschiedlicher Betriebsgrößen erklären. Trotzdem bewertet ver.di die Differenz als skandalös. Dort, wo Gewerkschaften aktiv und Betriebsräte vorhanden sind, ist die Entgeltlücke laut Frauenreport nachweislich geringer.

In die richtige Richtung geht laut ver.di das neue Entgeltgleichheitsgesetz auf Bundesebene. Demnach sollen Arbeitnehmerinnen – und auch Arbeitnehmer – zukünftig einen individuellen Anspruch auf Auskunft über ungerechte Bezahlung bei ihrem Arbeitgeber haben. Allerdings nur, wenn das Unternehmen mehr als 200 Beschäftigte hat. Unternehmen ab 500 Beschäftigten sollen verpflichtet werden, Lohngleichheit herzustellen und die Fortschritte offenzulegen. Laut ver.di erkennt die Bundesregierung damit endlich das Problem der Lohngerechtigkeit an.

Dazu Karin Schönewolf, ehrenamtliche Vorsitzende des  Hamburger ver.di – Landesbezirksfrauenrates: „Mit dem neuen Entgeltgleichheitsgesetz ist ein erster  Anfang ist gemacht.  Das Tabu, über Löhne zu sprechen, wird nun hoffentlich ein Stück aufgebrochen.“

„Wir hätten uns mit dem neuen Gesetz allerdings an vielen Stellen mehr Mut gewünscht, im Interesse der Frauen über die engen Vorgaben des Koalitionsvertrages der Bundesregierung hinauszugehen“, ergänzt Renate Götze. „Vor allem sollten die betrieblichen Prüfverfahren unbedingt verbindlich gemacht und Sanktionsmöglichkeiten verbindlich geregelt werden, um ein wirksames Gesetz auf den Weg zu bringen. Die geplante Evaluation zur Entgeltgleichheit in kleineren Betrieben muss schnellstmöglich erfolgen“.

An die Redaktionen

Der Infostand Landesbezirksfrauenrat von ver.di-Hamburg informiert am Freitag, den 14.10.2016 von 12 bis 14 Uhr in der Mönckebergstraße,  zwischen den Eingängen der Europapassage/ Karstadt.

 

Kontakt:  Renate Götze, ver.di Hamburg 0151 53090590

                Sandra Goldschmidt, ver.di Hamburg 0160 97846095