Pressemeldungen

Länderbeschäftigte und Klimaschützer*innen unterstützen sich

Tarifrunde der Länder

Länderbeschäftigte und Klimaschützer*innen unterstützen sich

22.11.2021

Klimaaktionstag von Fridays for Future am 23.11. und großer Warnstreik am 24. November!

Als Reaktion auf Äußerungen aus dem Senat, zur Finanzierung der Klimaschutzmaßnahmen eine „Personalkostenbremse“ zu prüfen, wenden sich Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst gemeinsam mit Fridays for Future an die Öffentlichkeit.

Am Mittwoch, den 24.11., sind alle Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes der Länder zum Warnstreik aufgerufen und werden ihren Forderungen Nachdruck verleihen.

Nicole Drücker, Beschäftigte des Landesbetriebes Straßen, Brücken und Gewässer, sagt hierzu: „Angesichts steigender Heiz-, Miet- und Lebensmittelkosten sind 5 Prozent eine sehr moderate Forderung. Wer für die Stadt Hamburg arbeitet, soll auch in ihr leben können. Wenn die Arbeitgeber jetzt außerdem noch Verschlechterungen beim Arbeitsvorgang durchsetzen wollen, dann haben wir keinen Tarifvertrag mehr, sondern einen Schweizer Käse.“

Und bereits jetzt kündigen die Arbeitgeber weitere Angriffe an: so gibt es Vorschläge des Senats, die Kosten für die Klimaschutzmaßnahmen unter anderem durch eine „Personalkostenbremse“ zu generieren. Doch Klimaschutz und Daseinsvorsorge lassen sich nicht gegeneinander ausspielen.

Inga Mühlheims, Fridays for Future Hamburg:

„Wir befinden uns in der wohl größten Krise der Menschheit. Weiter so zu tun, als wären Naturgesetze verhandelbar und unser Haushalt in Stein gemeißelt, grenzt an Realitätsverweigerung. Klimaschutz gegen Soziale Gerechtigkeit und gute Arbeit auszuspielen ist nicht nur eine schlechte Ausrede, es ist brandgefährlich. Eine Regierung, die Verantwortung übernimmt und unsere Gesetze ändert, um Menschen zu unterstützen und diese Krise zu lösen, kann doch nicht zu viel verlangt sein. Deswegen streiken wir am Dienstag, den 23.11. um 19.30 Uhr, auf dem Schriftzug in der Mönckebergstraße, damit sozial gerechter Klimaschutz endlich den nötigen Stellenwert bekommt.“

Monika Koops, Beschäftigte des Bezirksamtes Wandsbek, meint hierzu: „Wir unterstützen Fridays for Future, weil wir vom technischen Umweltschutz in den Bezirksämtern ganz genau wissen, wie dringend notwendig wirksamer Klimaschutz ist. Und diese wichtige Aufgabe ist on top und nicht stattdessen wahrzunehmen.“

"Dass der Senat beim Personal sparen will, um mehr Klimaschutz umzusetzen, ist nicht nur ungerecht, sondern wird auch nach hinten losgehen. Wir brauchen dringend Personal in den Behörden und Bezirken, um die Klima-Projekte umzusetzen. Stattdessen müsste sich Rot-Grün für eine Vermögenssteuer einsetzen!" meint Christoph Heß, Beschäftigter bei der Umweltbehörde.

Die Kolleg*innen wehren sich zudem gegen die enorm gestiegene Arbeitsbelastung und den Ausverkauf des Öffentlichen Dienstes. Katharina Denker, Beschäftigte in der Grundsicherung im Bezirksamt Nord: „Wir streiken auch, weil wir für die Menschen dieser Stadt da sein wollen, das können wir nur mit einer ausreichenden Finanzierung und genügend Personal. Nur reiche Leute können sich einen armen Staat leisten, alle anderen brauchen eine gut funktionierende öffentliche Daseinsvorsorge“.

„Die aktuelle Steuerentwicklung beweist, dass Geld für alles da ist – für den Klimaschutz und das Personal. Wir werden deshalb gemeinsam für eine soziale und ökologische Zukunft eintreten, die allen eine Chance für ein gutes Leben sichert.  Wir werden groß und mächtig auf der Straße sein, aber alle Hygiene-Regelungen berücksichtigen, die notwendig sind“, so Sieglinde Frieß, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin.

Um 13 Uhr beim DGB-Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof/ Kurt-Schumacher-Allee findet die große Hauptkundgebung statt. Vorher gibt es um 11 Uhr dezentrale Kundgebungen, unter anderem beim Fischmarkt und auf dem Campus der Uni mit anschließender Demonstration zum Besenbinderhof.

Pressekontakt

ver.di Landesbezirk Hamburg, Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg Pressestelle 040 890 615-130 pressestelle.hh@verdi.de