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Auch in Hamburg werden Geldtransporte bestreikt

Tarifverhandlungen bei Geld- und Wertdienstleistern

Auch in Hamburg werden Geldtransporte bestreikt

01.01.2019

Ab dem 2. Januar werden bundesweit Geldtransporte bestreikt, auch in Hamburg. Hintergrund ist die laufende Tarifrunde für die Geld- und Wert-Dienstleister, die nach fünf Verhandlungen noch kein Ergebnis brachte.

Hunderte Geldtransporte in ganz Deutschland werden ab Mittwochmorgen (2.1.) bestreikt, darunter sind auch Hamburger Unternehmen.  Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die 12.000 Beschäftigten der Geld- und Wert-Branche zu den Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Nach fünf ergebnislosen Runden mit den Arbeitgebern werden die Tarifverhandlungen am 3. und 4. Januar in Bad Nauheim fortgesetzt. „Unsere Botschaft an die Arbeitgeberseite ist klar: Wenn wieder kein verhandlungsfähiges Angebot auf dem Tisch liegt, werden die Arbeitsniederlegungen ausgeweitet“, erklärt ver.di-Verhandlungsführer Arno Peukes. 

Tanja Chawla von ver.di Hamburg betont: „Die Lebenshaltungskosten in Hamburg sind besonders hoch, wir brauchen deshalb eine ordentliche Tariferhöhung. Zudem sind die Beschäftigten bei ihrer Arbeit erheblichen körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt, auch deshalb müssen die Spielchen der Arbeitgeber ein Ende haben.“

In Hamburg gehören zwei Unternehmen dem zuständigen Arbeitgeberverband BDGW an: Ziemann und Prosegur mit zusammen rund 300 Beschäftigten.

Durch die Streiks wird der Bargeldverkehr in Deutschland erheblich gestört. Viele Banken und Einzelhandelsgeschäfte bekommen nach den Feiertagen kein frisches Bargeld. Geldautomaten, die nach dem Jahreswechsel vielfach leer sind, werden nicht neu befüllt. Auch die Abholung der Tageseinnahmen bei Warenhäusern und Discountern, Möbel- und Baumärkten sowie anderen großen Unternehmen ist nicht sichergestellt.

ver.di fordert eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro bzw. eine Erhöhung der Gehälter um 250 Euro im Monat jeweils für 2019 und 2020 bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Außerdem sollen die Gehälter in den neuen Bundesländern angeglichen sowie eine Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages für die gesamte Branche erreicht werden. Durch die Angebote der Arbeitgeberseite würden sich die Verdienstunterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern noch vergrößern. „ver.di hat sich in den Verhandlungen kompromissbereit gezeigt, aber solche Vorschläge sind nicht kompromissfähig“, sagte Peukes. Die Gehälter für die Geldzähler und Geldtransportfahrer, liegen im Osten bei 1.800 bis 2.400 und im Westen bei 2.200 bis 2.900 Euro brutto pro Monat. Die Beschäftigten der Branche leben in der Regel in Ballungsgebieten mit hohen Mieten und Lebenshaltungskosten. Die Gewinne der Unternehmen der Geld- und Wert-Branche sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

 

An die Redaktionen: Die Streikenden treffen sich ab 5 Uhr vor ihren Betrieben und kommen ab 8 Uhr vor der Firma Prosegur, Rote Brücke 27, zur Streikversammlung zusammen.

Für Rückfragen: Tanja Chawla, ver.di Hamburg, Tel.: 0175/ 6323579

 

Pressekontakt

ver.di Landesbezirk Hamburg, Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg Pressesprecherin: Heike Bettermann 040 890 615-130 pressestelle.hh@verdi.de