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ver.di-Kritik an Kita-Regelbetrieb im Lockdown

Kindertagesstätten

ver.di-Kritik an Kita-Regelbetrieb im Lockdown

15.12.2020

Die Entscheidung der Behörde, den Kita-Betrieb während des Lockdowns im Regelbetrieb zu belassen, stößt bei den Beschäftigten der Kitas und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) auf Unverständnis.

Schon vor dem Lockdown war das Personal in den Kitas knapp. Durch Covid-Infektionsfälle und Quarantäneanordnungen fehlt nun –über den normalen Krankenstand hinaus – noch mehr Personal an Kitas und in der Ganztagesbetreuung an Schulen. ver.di weist darauf hin, dass infolge der Auflagen und Kohortenbildung seit Beginn der Pandemie die pädagogische Arbeit nicht mehr im gewohnten Umfang geleistet werden kann. So führe Personalmangel auch zu weniger Bildung und Förderung.

Die Kita-Beschäftigten haben bisher mit viel Engagement und Flexibilität auf die wechselnden Anforderungen reagiert. Den pädagogischen Fachkräften ist die Arbeit mit den Kindern wichtig – selbstverständlich auch in der Pandemie.

Michael Stock, zuständiger Gewerkschaftssekretär für die Hamburger Kitas: „Im Lockdown sollten alle Kontakte so weit wie möglich heruntergefahren werden. Die Beibehaltung des Regelbetriebs in den Kitas erscheint uns falsch und passt nicht dazu. So berichten einige Kitas von ganz normal vollen Gruppen.“

Nach wie vor sind Erzieherinnen ohne Schutzausrüstung dem Virus und den möglichen, unentdeckten Übertragungswegen ausgesetzt. Die Sorge um eine mögliche Ansteckung und weitere Verbreitung des Virus ist eine zusätzliche Belastung für die Beschäftigten.

Nach Ansicht von ver.di sollte eine Notbetreuung in den Kitas für die Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen oder von Kindern mit pädagogischem Bedarf selbstverständlich auch im Lockdown aufrechterhalten werden.

Allerdings müsse von Seiten der Behörde klar geregelt werden, dass wirklich nur notwendige Kinderbetreuung angeboten werden soll. Michael Stock: „Ein Lockdown ist nicht die Zeit für den Regelbetrieb.“

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