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Solidarität mit Heike R. - gegen Änderungskündigung durch Eurogate

Solidarität mit Heike R. - gegen Änderungskündigung durch Eurogate

08.02.2021

Teilzeitarbeit im Hafen – Nichts für Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Diskriminierung in der Hafenarbeit muss beendet werden!

 Beschäftigte haben auch in Hamburg ein Recht auf Teilzeitarbeit. Im Hafen scheint das offenbar nicht zu gelten. Eurogate Hamburg hat eine ver.di-Kollegin und Mutter mit einer Änderungskündigung bedroht, anstatt ihren gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit zu erfüllen. Was Heike R. bisher durchstehen musste, ist für ver.di Hamburg ein empörendes, schikanöses Vorgehen, mit dem die Kollegin vielleicht sogar zur Kündigung ihres Jobs als Van Carrier – Fahrerin veranlasst werden soll.

Das Arbeitsgericht hatte die Teilzeit für Heike R. bereits im Juli 2020 als rechtens anerkannt. Geführt hat das allerdings dazu, dass der Arbeitgeber Eurogate über eine Änderungskündigung zur Lage der Arbeitszeit das durchgesetzte Recht in Frage stellt. ver.di Hamburg erwartet deshalb, dass Eurogate die Änderungskündigung gegen Heike R. sofort wieder zurücknimmt.

„Es ist ein wichtiges Gut, dass nach vielen Jahren der Auseinandersetzung endlich der gesetzliche Anspruch auf Teilzeit erreicht wurde. Dieser Anspruch auf Teilzeitarbeit muss ohne Wenn und Aber in allen betrieblichen Bereichen umgesetzt werden – auch im gewerblichen. Es kann nicht sein, dass sich große Betriebe wie Eurogate dem entziehen und damit immer noch das „alte Modell“ des männlichen Ernährers voraussetzen. Teilzeit und die damit verbundene Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist auch in diesen Bereichen realisierbar und möglich, die Geschäftsführungen sollten das Gleichbehandlungsgesetz in Zukunft unter ihr Kopfkissen legen“, so Sieglinde Frieß, stellvertretende Landesbezirksleiterin ver.di Hamburg. „Die Beschäftigten haben einen gesetzlich gesicherten Anspruch auf Teilzeit und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verpflichtet jede*n Arbeitgeber*in zur diskriminierungsfreien Gestaltung der Arbeit. Beides gilt auch für Eurogate und die Maritime Wirtschaft in Hamburg. Die gewerblichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen in dieser Frage nicht zu Beschäftigten zweiter Klasse degradiert werden.“

ver.di Hamburg erwartet, dass Eurogate jetzt sofort handelt, die Änderungskündigung zurücknimmt und die Teilzeitbeschäftigung zur Vereinbarkeit garantiert umsetzt! Der Landebezirksfrauenrat ver.di Hamburg hat eine Solidaritätserklärung für Heike R. verfasst (siehe Anhang). Dazu Karin Schönewolf, Vorsitzende des Frauenrates: „Schluss mit der Schikane gegen die Kollegin. Das Recht auf Teilzeitarbeit im Hafen würde nicht nur der Kollegin nützen, sondern auch den Vätern, die im Hafen arbeiten und sich für ihre Kinder verantwortlich fühlen“

„Dieses konkrete Beispiel zeigt, wie tief die strukturelle Diskriminierung von Frauen und Eltern trotz aller guten Vorsätze und gesetzlichen Regelungen noch immer unsere Gesellschaft prägt. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir uns alle solidarisch hinter jeden Einzelfall stellen,“ so Sandra Goldschmidt, stellvertretende Landesbezirksleiterin ver.di Hamburg.