Pressemeldungen

Homeoffice und Kinderbetreuung geht nicht zusammen!

Sozialschutzpaket des Bundes

Homeoffice und Kinderbetreuung geht nicht zusammen!

02.04.2020

Mit dem „Sozialschutzpaket“ hat der Bund ein Instrument geschaffen, das den Verdienstausfall für Eltern im Fall von Kinderbetreuung regelt. Grundsätzlich gut findet das Sandra Goldschmidt, stellvertretende Landesbezirksleiterin von ver.di Hamburg. Allerdings können Eltern, die Homeoffice machen, nach diesem neuen Paket keine Freistellung von der Arbeit und keine Zuwendungen für ihren Verdienstausfall beantragen. Die häusliche Betreuung ihrer Kinder, zeitgleich zur Arbeit von zu Hause aus, gilt nämlich als sogenannte „anderweitige Betreuungsmöglichkeit“ – obwohl Kinderbetreuung, Homeschooling und Homeoffice zusammen kaum zu leisten sind.

Sandra Goldschmidt, stellv. ver.di HH Landesbezirksleiterin:

"Homeoffice als "anderweitige Betreuungsmöglichkeit" zu betrachten und deshalb die Homeoffice - Eltern je nach Anzahl der Kinder in Mehrfachbelastung zu schicken, geht völlig an der Realität vorbei. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es absolut unmöglich ist, sinnvoll in Homeoffice zu arbeiten, während drei Kinder in drei unterschiedlichen Schulformen Fragen und Unterstützungsbedarf zu ihren Aufgaben haben. Wie soll da gute Arbeit funktionieren? Und auch bei Kita – Kindern kann man sich glücklich schätzen, wenn diese nicht versuchen, etwa auf die Fensterbank zu klettern, während man selbst konzentriert in der Telefonkonferenz fest hängt."

ver.di fordert deshalb einerseits die Freistellungsmöglichkeit mit Verdienstausfallersatz  für alle Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen müssen, als auch eine Überprüfung der Aufgabenvolumen durch die Schule in diesen Zeiten. 

Darüber hinaus sind nach Auffassung von ver.di  67% des Nettogehalts als Ausfall schlicht zu wenig, auch die Höchstbegrenzung von 2000 Euro kann für Familien zu Finanzproblemen führen.

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