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ver.di-Vertrauensleute gegen Hafenfusion!

Fusionspläne HHLA-Eurogate

ver.di-Vertrauensleute gegen Hafenfusion!

22.12.2021

Die Vertrauensleute der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) beim Gesamthafenbetrieb Hamburg (GHB) mit seinen knapp 1000 Beschäftigten sprechen sich gegen die geplante Fusion der HHLA und Eurogate in den norddeutschen Häfen aus. Die Verhandlungen würden unter Ausschluss von Gewerkschaft und Betriebsräten stattfinden und seien ein weiterer Abbau der vielbeschworenen Sozialpartnerschaft. Angesichts steigender Gewinnerwartungen der HHLA gebe es keine wirtschaftliche Notwendigkeit für die Fusion. Offensichtlich sei es auch „unternehmerisch sinnvoll“ (Peter Tschentscher, Die Welt, 27.7.21), Arbeitsplätze abzuschaffen. Durch die geplante Fusion seien Poollösungen möglich, die die Nachfrage beim GHB verringerten und langfristig dessen Existenz in Frage stellten. Verschärft werde diese Situation durch die Automatisierungspläne von HHLA und Eurogate. Dagegen stellten sich die Vertrauensleute und erwarteten Garantien für ihre Forderungen nach Erhalt des GHB als Personaldienstleister im Hamburger Hafen, Erhalt aller Hafenarbeitsplätze, Erhalt und Ausbau der existierenden Flächentarifverträge und gleichmäßig verteiltem Arbeitsplatzaufbau in Hafeneinzelbetrieben und GHB bei Beschäftigungszuwachs.

Vorbei an ver.di und Beschäftigten planen HHLA und Eurogate gerade eine Fusion, die viele Hundert gut entlohnte Arbeitsplätze im Hafen gefährdet. Dieser Schritt ist „unternehmerisch sinnvoll“ nur für die Vorstände und Kapitalgeber der Firmen, nicht aber für die tausende Arbeitnehmer*innen, die in den norddeutschen Häfen die Auswirkungen ausbaden müssen. Die Gesamthafenarbeiterinnen und -arbeiter sind die ersten, die diese Zeche zahlen werden müssen“, so Natale Fontana, Landesfachbereichsleiter Verkehr bei ver.di Hamburg.

Er kritisiert: „Dass die HHLA die Ausbildung zum Hafenfacharbeiter/-in einstellt, ist fatal. Es bedeutet, dass junge Leute absehbar im Hafen keine Zukunft mehr haben werden. Die geplante Fokussierung auf Digitalisierung und Automation verringert den Arbeitskräftebedarf und erhöht die Qualifikationsanforderungen, ohne dass es Garantien für die gegenwärtig Beschäftigten über 2025 hinaus gibt.“

Fontana stellt fest: „Die Automatisierung ist kein Garant für eine Steigerung der Umschlagsproduktivität. Es fragt sich, wer noch Steuern zahlt, wenn mehr automatisiert wird? Die Maschinen sicher nicht.“

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