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Abmahnung gegen Streikende

Abmahnung gegen Streikende

04.05.2016

Hamburg, 04. Mai 2016

Tarifrunde Krankenhausarbeitgeberverband Hamburg

Abmahnungen gegen Streikende in Hamburger Krankenhäusern

Im Rahmen der laufenden Tarifrunde zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und dem Krankenhausarbeitgeberverband Hamburg (KAH) ist es zu einem Vorfall gekommen, der die Tarifverhandlungen schwer belastet.

Mehre Kolleginnen und Kollegen der Asklepioskliniken, die ihr Grundrecht wahrgenommen und sich am Warnstreik am 21. April in Hamburg beteiligt hatten, bekamen eine Abmahnung mit Kündigungsdrohung.

Für ver.di ist klar, dass diese Abmahnungen politisch skandalös und rechtlich nicht haltbar sind und daher umgehend zurückgenommen werden  müssen.

Dazu Berthold Bose, Landesbezirksleiter von ver.di Hamburg: „Für ver.di ist dieser Versuch der Einschüchterung von Beschäftigten eine Einschränkung des Streikrechts. Wir fordern die Verantwortlichen im Asklepioskonzern auf, die Abmahnungen zurück zu nehmen und nicht als politisches Mittel in Tarifverhandlungen zu positionieren. Ansonsten verlässt Asklepios die Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit mit ver.di.“ Bose weiter: „Abmahnungen gegen Beschäftigte als Faustpfand in Tarifverhandlungen sind geschmacklos und gehören nicht in unsere Stadt“

Ver.di hat dem KAH in der gestrigen Tarifverhandlung deutlich gemacht, dass es ohne eine Rücknahme der Abmahnungen keinen Tarifabschluss geben wird.

Unabhängig davon wird der ver.di – Rechtsschutz alle Mitglieder mit Abmahnung rechtlich vertreten. Die Gewerkschaft ist sich sicher, dass die Abmahnungen vor Gericht nicht standhalten werden.                                              

Zur geregelten Patientenversorgung im Falle weiterer Streiks, bietet ver.di in dem aktuellen Tarifkonflikt nach wie vor eine Notdienstvereinbarung an.

Dazu Hilke Stein, Verhandlungsführung bei ver.di Hamburg: „Die Arbeitgeber haben das Risiko für Patienten beim letzten Warnstreik unnötigerweise erhöht. Es wäre leicht möglich gewesen mit einer Notdienstvereinbarung kritische Momente zu vermeiden. Wir hoffen, dass dies in der Zukunft gelingt.“

Die Tarifverhandlungen gestalten sich inhaltlich schwierig und komplex und werden am 24. Mai fortgesetzt. Ein Grund dafür ist die Einführung einer neuen Entgeltordnung, wie sie auch im Tarifbereich der öffentlichen Krankenhäuser kürzlich vereinbart wurde.

Zum Tarifbereich KAH gehören über 18.000 Beschäftigte. Dazu gehören die Hamburger Asklepioskliniken, das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE), sowie das Universitären Herzzentrum (UHZ).