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Betriebsratsgründung im 'Uebel und Gefährlich'

Betriebsratsgründung im 'Uebel und Gefährlich'

10.11.2022

Gute Clubkultur mit guter Arbeit: Betriebsrat im ‚Uebel und Gefährlich‘ gegründet 

Im Hamburger Kulturclub ‚Uebel und Gefährlich‘ wurde diese Woche die erste Wahl eines Betriebsrates erfolgreich abgeschlossen. Das gibt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Hamburg) bekannt. „Einer der angesagtesten Clubs in Hamburgs Kultur-Szene setzt damit nun auch in Sachen Demokratie einen Trend,“ kommentiert Peggy Prescher, zuständige Gewerkschaftssekretärin bei ver.di Hamburg.

Der Wunsch der Belegschaft, einen Betriebsrat zu wählen, ging auf verschiedene Entwicklungen zurück. Prägend sei dabei zum einen die Erkenntnis aus der Pandemie, wie schnell der eigene Arbeitsplatz von einer Krise erfasst werden kann. Zum anderen habe auch ein Geschäftsführerwechsel zu einem für Mitarbeitende veränderten Betriebsklima geführt und damit zu der Erkenntnis, dass nur die gesetzlich verankerten Mitbestimmungsrechte eines Betriebsrates am Ende tatsächlich eine Interessenvertretung sicherstellen können.

„Als Betriebsrät*innen möchten wir vor allem an einer konstruktiven und kollegialen Kultur der Zusammenarbeit mitwirken und die Beschäftigten für den Fall weiterer Krisen besser absichern,“ kommentiert Frank, frisch gewähltes Betriebsratsmitglied.

Für den Betriebsrat kandidierten Beschäftigte aus allen Tätigkeitsgruppen des Clubs. Dies wertet die Gewerkschaft als sicheres Zeichen dafür, dass tatsächlich die gesamte Belegschaft einen Betriebsrat wünscht.

Peggy Prescher: „Im Berliner ‚Berghain‘ hat die Belegschaft schon im September 2019 einen Betriebsrat gewählt und vorgemacht, dass auch in den Clubs mit ihren ungewöhnlichen Rahmenbedingungen demokratische Mitbestimmung einen Platz haben muss, und dass das auch umsetzbar ist. ver.di Hamburg gratuliert den engagierten Gewerkschafter*innen im ‚Uebel und Gefährlich‘, die die Wahl initiiert und durchgeführt haben. Wir hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht und stehen den Betriebsrät*innen gern zur Seite.“

Das ‚Uebel und Gefährlich‘ ist nicht die erste Hamburger Kultureinrichtung mit Betriebsrat, auch u.a. auf Kampnagel und im Bürgerhaus Wilhelmsburg gibt es Betriebsräte, ebenso im Schauspielhaus und im Thalia-Theater, doch in der Club-Szene sind Betriebsräte noch selten. Beim direkten Nachbarn, dem FC St. Pauli, findet seit 2002 erfolgreich betriebliche Mitbestimmung statt.