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Erneut Warnstreik im Einzel- und Versandhandel

Erneut Warnstreik im Einzel- und Versandhandel

25.06.2021

Freitag und Sonnabend: Zweitägiger Warnstreik im Einzel- und Versandhandel

Um den Druck nach erfolglosen Tarifverhandlungen zu erhöhen, ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel ab Freitag, dem 25.6.2021 um 00:00 Uhr bis zum Samstag, 26.6.2021 um 24:00 Uhr, zum zweitägigen Warnstreik auf. Betroffen ist erneut der Lebensmitteleinzelhandel( u.a. Rewe/Penny, Marktkauf, Kaufland), der Textileinzelhandel (u.a. Primark, ZARA, H&M und das Logistikzentrum von H&M), sowie Hermes Fulfilment, IKEA und Douglas.

Um 10:00 Uhr findet am Freitag vor dem Gewerkschaftshaus, Besenbinderhof 60, eine Kundgebung statt, coronabedingt werden maximal 200 Beschäftigte daran teilnehmen können. Es sprechen u.a. ver.di HH – Landesbezirksleiter Berthold Bose und Verhandlungsführerin Heike Lattekamp. Anschließend bringt eine Delegation der Streikenden einen, symbolisch von den Streikenden unterschriebenen Tarifvertrag zum Arbeitgeberverband HDE.

Bereits in den vergangenen Wochen ist es mehrfach zu Streiks gekommen. Grund dafür ist die Weigerung der Arbeitgeberseite, ein ausreichendes Angebot in der laufenden Tarifrunde für die ca. 70 000 Beschäftigten des Hamburger Einzel- und Versandhandels vorzulegen.

ver.di fordert in dieser Tarifrunde:

die Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,5 Prozent plus 45 Euro,
ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde,
bei einer Laufzeit von 12 Monaten,
sowie die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit (AVE) der Tarifverträge.

Heike Lattekamp, ver.di Verhandlungsführerin: „Ein Angebot von nur einem Prozent nach zwei Nullmonaten für 2021 und eine Einmalzahlung in Höhe von 1,4 Prozent des individuellen Entgelts (die auch kumuliert erst nach 10 Monaten im April 2022 zur Auszahlung kommen kann) steht in überhaupt keinem Verhältnis zu den gewaltigen Umsatzsteigerungen im Einzelhandel. Diese Steigerungen haben die Beschäftigten während der Coronazeit durch ihre außergewöhnlichen Leistungen erarbeitet. Das aktuelle Arbeitgeberangebot ist das Gegenteil eines „Dankeschön“! Außerdem bedeutet es angesichts einer Preissteigerungsrate von 2,5 Prozent einen Reallohnverlust für die Beschäftigten.“

Beschäftigte aus Unternehmen, die von den Auswirkungen der Pandemie betroffen waren und sind, sollen nach Arbeitgeberwunsch die Anpassung mit einem großen zeitlichen Abstand von 6 bzw.10 Monaten erhalten, die Einmalzahlung soll komplett entfallen.

„Diese Kolleg:innen, die in der Regel von Kurzarbeit betroffen waren und erhebliche finanzielle Einbußen hatten, sollen 2021 leer ausgehen. Das geht gar nicht. Wir werden für einen fairen Tarifabschluss weiter auf die Straße gehen,“ so Lattekamp weiter.