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Presseeinladung zur Forderung nach Tarifvertrag für Studentische Beschäftigte

01.07.2021

ver.di Hamburg und GEW fordern die Freie und Hansestadt Hamburg zu Gesprächen über einen TVStud (Tarifvertrag Studentische Beschäftigte) auf!

Am Sonnabend, 3. Juli 2021 um 10:00 Uhr versammeln sich Studentische Beschäftigte, Vertreter*innen von ver.di Hamburg und GEW vor dem Haupteingang des Hamburger Rathauses. Zu diesem Termin möchten wir die Vertreter*innen der Presse herzlich einladen.

- Die Gewerkschaften haben zusammen mit der Initiative TVStud die Freie und Hansestadt Hamburg zu einer offiziellen Übergabe der Aufforderung zu Gesprächen eingeladen. Seine Teilnahme an diesem Termin hat Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel zugesagt.

- Eine offizielle Einladung zu Gesprächen über die Verhandlungen zu einem TVStud sollen vor dem Rathaus überreicht werden und es wird Redebeiträge geben.

- Es geht um die Tarifierung von über 8.500 Arbeitsverhältnissen Studentischer Beschäftigter bei der Freien und Hansestadt Hamburg und damit um die Schließung des größten ‚weißen Flecks‘ im Zuständigkeitsbereich der Stadt.

Die unter #IchBinHanna diskutierten prekären Beschäftigungsverhältnisse in der Wissenschaft beginnen für viele Wissenschaftler*innen bereits im Studium. In Hamburg soll sich das nun ändern: Am vergangenen Samstag, dem 26. Juni 2021 haben gewerkschaftlich organisierte Studentische Beschäftigte im Rahmen einer Mitgliederversammlung eine Tarifkommission gegründet.

„Die Beschäftigten haben ihre Hausaufgaben gemacht, sich gewerkschaftlich organisiert und die Voraussetzungen für Verhandlungen geschaffen. Nun liegt es am rot-grünen Senat, sein Versprechen ‚Hamburg Stadt der Guten Arbeit – 12€ nach Tarif‘ in die Tat umzusetzen und sich mit uns an einen Tisch zu setzen. Es liegt nun beim von SPD und Grünen geführten Senat, gemeinsam mit uns die größte Tariflücke in seinem Zuständigkeitsbereich zu schließen,“ so Angelika Gericke, zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretärin.

Birgit Rettmer von der GEW ergänzt: „Der Tarifwille ist auf Seiten der Studentischen Beschäftigten klar formuliert. Verhandlungen steht von unserer Seite aus damit nichts mehr im Wege. Am kommenden Samstag werden wir daher den Ball der Hansestadt zuspielen.“

Bei der Freien und Hansestadt Hamburg sind über die Hochschulen verteilt mehr als 9.000 Studentische Beschäftigte angestellt. Gut 650 von ihnen (die sogenannten „Studentischen Angestellten“) fallen unter den Tarifvertrag der Länder, welcher ab 8. Oktober 2021 neu verhandelt wird.

Die restlichen über 8.500 Arbeitsverhältnisse der Studentischen und Wissenschaftlichen Hilfskräfte (SHK und WHK) sowie Tutor*innen fallen bisher nicht unter einen Tarifvertrag. Auch sind sie vom Geltungsbereich des Hamburger Personalvertretungsgesetzes ausgenommen. Sie arbeiten daher in einer sowohl tarifvertrags- als auch mitbestimmungsfreien Zone.

„Die Folgen dieser prekären Arbeitsbedingungen sind immens. Wie aus einer aktuellen großen Anfrage der Linksfraktion an die Hamburger Bürgerschaft vom 29. Juni 2021 (Drucksache 22/04760) hervorgeht, sind seit Jahren mehr als 70% der Arbeitsverträge von uns Studentischen Beschäftigten auf zwei bis maximal 6 Monate befristet. Viele trauen sich daher nicht einmal, ihren gesetzlichen Urlaubsanspruch geltend zu machen. Mit 10,77€ pro Stunde verdienen wir deutlich weniger als die vom rot-grünen Senat versprochenen 12€ Landesmindestlohn,“ so Heidi Heil, Studentische Hilfskraft und aktiv in der Tarifinitiative ‚TVStud Hamburg‘. „Dass es auch anders geht, zeigt das Land Berlin. Dort hat die Landesregierung mit ver.di und GEW erst jüngst 2018 zum wiederholten Male einen Tarifvertrag für Studentische Beschäftigte (TVStud) abgeschlossen. Diese verdienen in Berlin mehr als 12€ die Stunde, ihre Arbeitsverträge laufen für mindestens zwei Jahre und sie haben das Recht, einen eigenen Studentischen Personalrat zu wählen. Wenn Berlin das kann, warum soll das in Hamburg nicht auch möglich sein?“

Am Sonnabend um 10:00 Uhr werden die zuständigen Gewerkschaften und Aktiven der Tarifinitiative TVStud die Aufforderung zu Gesprächen vor dem Hamburger Rathaus an Finanzsenator Andreas Dressel, stellvertretend für den Senat übergeben.