Pressemeldungen

ver.di-Aktion in Hamburger Innenstadt und Gespräch mit Gesundheitssenatorin

Bundesweiter Aktionstag Altenpflege

ver.di-Aktion in Hamburger Innenstadt und Gespräch mit Gesundheitssenatorin

16.11.2018

Am 21. November machen Beschäftigte aus der Altenpflege bundesweit unter dem Motto „Volle Kraft für gute Pflege“ auf die alarmierenden Zustände in der stationären und ambulanten Altenpflege aufmerksam. Überall fehlt es an Personal und Beschäftigte sind überlastet. Pflegebedürftige Menschen erhalten oft nicht die Pflege und Versorgung, die sie brauchen. Arbeitgeber und Politik beklagen den Fachkräftemangel. Dabei haben sie es selbst in der Hand: Wenn sie für gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen sorgen, entscheiden sich mehr Menschen für die Pflege und Fachkräfte bleiben im Beruf. 

„In Politik und Öffentlichkeit wird zwar viel über die Pflege geredet, an den realen Zuständen in den Einrichtungen hat sich bislang aber nichts merklich verbessert“, sagt Norbert Proske, von ver.di Hamburg. Die vom Bundestag beschlossene Schaffung von 13.000 Pflegestellen für den stationären Bereich reiche, laut Proske, bei Weitem nicht aus. „Die politisch Verantwortlichen haben verstanden, dass sie eingreifen müssen. Das ist gut. Doch wenn jede Einrichtung im Durchschnitt weniger als eine Pflegekraft zusätzlich zur Verfügung hat, ist das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, so Norbert Proske. „Ganz abgesehen davon, dass für andere Beschäftigtengruppen und für die ambulante Pflege überhaupt keine Verbesserungen geplant sind. Dabei ist die Belastung auch hier hoch. Wir brauchen volle Kraft für eine gute Pflege und ein langfristiges Handeln der Politik der Bundesregierung und der Bundesländer.“ 

Durch den demografischen Wandel nehme der Personalbedarf in der Altenpflege kontinuierlich zu, betonte Norbert Proske. „Wenn wir den Fachkräftebedarf decken wollen, muss der Beruf attraktiver werden – durch bessere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung.“ 

Fachkräfte in der Altenpflege verdienen mit monatlich 2.621 Euro 16 Prozent weniger als der Durchschnitt aller Beschäftigten. 

Proske begrüßte gleichzeitig das Vorhaben der Bundesregierung, für flächendeckende Tariflöhne in der Altenpflege zu sorgen. „ver.di hilft dabei mit, einen Tarifvertrag zu schaffen, der in allen Einrichtungen für allgemeinverbindlich erklärt werden kann. Dadurch können auch kommerzielle Pflegekonzerne, die ihre Beschäftigten mit Niedriglöhnen abspeisen, zur tariflichen Entlohnung gezwungen werden. Um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, müssten zudem bundesweit einheitliche und am Pflegebedarf orientierte Personalvorgaben geschaffen werden“, so Proske. 

Der ver.di-Aktionstag findet bewusst am 21. November, dem Buß- und Bettag statt. Dieser wurde Mitte der 1990er Jahre als Feiertag in allen Bundesländern außer Sachsen abgeschafft, um den Arbeitgeberanteil zur neu geschaffenen Pflegeversicherung auszugleichen. Das nehmen die Pflegekräfte zum Anlass, auf ihre Arbeitssituation hinzuweisen und mehr Personal einzufordern. 

Am Aktionstag treffen sich Hamburger Betriebsräte aus der stationären und ambulanten Pflege im Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof 60, um u.a. mit der Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz, Frau Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), zu diskutieren, wie Hamburg weiter den Kurs für gute Pflege auf der Bundesebene mitbestimmen kann und was in Hamburg noch umgesetzt werden muss. 

Von 12.30 bis 14.00 Uhr findet anschließend eine öffentliche Aktion am Mönckebergbrunnen in der Hamburger Innenstadt statt. Medienvertreter*innen sind herzlich zu diesem Termin eingeladen. 

Für Rückfragen: Norbert Proske, ver.di Hamburg 0177 2295101

 

Pressekontakt

Björn Krings - Pressestelle ver.di Landesbezirk Hamburg, Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg 040 890 615-130     0171 682 5521   bjoern.krings@verdi.de