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Einfach mal Raumkosten sparen...

Einfach mal Raumkosten sparen...

15.07.2021

Freie und Hansestadt Hamburg:

Einfach mal Raumkosten sparen - kein guter Umgang des Senats mit den eigenen Beschäftigten! 

Nach Medienberichten von NDR und Hamburger Abendblatt plant der Hamburger Senat, den Beschäftigten der Freien und Hansestadt Hamburg weniger und kleinere Einzelbüros zuzugestehen, wenn überhaupt: Einzelbüros soll es zukünftig eher gar nicht mehr geben. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) kündigte an, dass dies Beschäftigte von Bezirken, Senatsbehörden und Landesbetrieben beträfe. Statt 33 Quadratmeter-Büros pro Person soll es nur noch 28 Quadratmeter-Büros geben und keine Garantie auf einen eigenen Schreibtisch, Corona und Homeoffice hätten auch die Arbeitswelt der FHH – Beschäftigten verändert, wird Dressel zitiert.

„Mobile Arbeit ist seit der Corona-Pandemie in den Fokus des Senats gerückt. Aber es geht hier offenbar nicht in erster Linie um die Modernisierung der Arbeitswelt im öffentlichen Dienst, auch nicht um die Einbeziehung der Beschäftigten und deren Erfahrungen aus den letzten Monaten, sondern um die Einsparung von Raumkosten auf Seiten der Stadt,“ kritisiert Sabine Meyer, zuständige Gewerkschaftssekretärin bei ver.di HH.

Seit Jahren wollen ver.di, die ver.di Personalräte und der DGB für die Beschäftigten der FHH eine Vereinbarung zur Mobilen Arbeit verhandeln. „Die Beschäftigten der FHH haben ein großes Interesse an verlässlichen Regelungen zur mobilen Arbeit und Arbeiten im Homeoffice. Wie wichtig dies ist, haben die vielen Monate Homeoffice im Rahmen der Pandemie deutlich gezeigt.  Lange gab es von Arbeitgeberseite keine Signale, hier Regelungen vereinbaren zu wollen. Es geschah gar nichts, denn es wurde kein Bedarf gesehen,“ so Meyer weiter.

„Die Verhandlungen über eine Vereinbarung zu mobiler Arbeit haben noch gar nicht begonnen, da werden bereits Vorgaben für die Reduzierung der Raumkosten gemacht.  Jetzt entnehmen wir den Aussagen von Finanzsenator Andreas Dressel, dass Beschäftigte der FHH weniger Einzelbüros erhalten sollen, und es wird der Eindruck erweckt, als hätten die Beschäftigten bisher regelhaft Büros von 33 Quadratmeter zur Verfügung. Dies geht völlig an der Realität der Beschäftigten der FHH vorbei!“ stellt Björn Michaelsen, Personalratsvorsitzender des Bezirksamts Harburg klar. „Es gibt seit langem eine Raumnot in vielen Ämtern und Behörden der Stadt, manchmal winzige Büros und häufig Mehrfachbesetzung in Räumen, die dafür nicht geeignet sind.“ 

„Mit dem Hinweis auf das ‚Statussymbol Einzelbüro‘ werden im Vorwege von Verhandlungen zu Regelungen für mobile Arbeit öffentlich Ressentiments gegen Beschäftigte der FHH geschürt nach dem Motto:  Wenn es gegen ‚die Beamt*innen‘ geht, muss der Senat ja im Recht sein. Schon vergessen, was die Beschäftigten (32.000 Tarifbeschäftigte und 40.000 Beamt*innen) in Hamburg während der Pandemie für die Hamburgerinnen und Hamburger leisten und geleistet haben?“ fragt Sabine Bauer, Fachbereichsleiterin bei ver.di HH.

ver.di will eine Regelung zu mobiler Arbeit, die Transparenz schafft, die Interessen der Beschäftigten an Telearbeit und mobiler Arbeit aufnimmt und Freiwilligkeit garantiert, die örtliche Mitbestimmung, Arbeitszeiten und Verantwortlichkeiten für die technische Ausstattung und Datenschutz regelt.

„Diese Diskussion muss losgelöst von der Raumfrage geführt werden. Da die Aufgaben in der öffentlichen Verwaltung sehr vielfältig sind, lässt sich die Frage, welche Räume und welche Flächen benötigt werden, nur anhand der tatsächlichen Aufgabenstellung klären,“ fordert Sabine Bauer.