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Hapag Lloyd: Schlechtere Arbeitsbedingungen und Stellenabbau …

Hafenpolitik

Hapag Lloyd: Schlechtere Arbeitsbedingungen und Stellenabbau auf Raten

10.08.2021

Mit Wiederaufnahme der Präsenztätigkeiten setzt Hapag Lloyd ein umfangreiches Restrukturierungsgramm um. Aktuell verhandeln Betriebsrat und Geschäftsführung über einen Interessenausgleich und Sozialplan.

Mit der Restrukturierung konzentriert das Unternehmen Tätigkeiten regional, wodurch Aufgaben an den Inlandsstandorten wegfallen, die von Schließung bedroht sind. Langfristig befürchtet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), dass die Umstrukturierungen der Arbeitsabläufe die Arbeit weiter verdichten und monotonisieren. Damit steht auch der Beruf des Schifffahrtskaufmanns/-kauffrau als Experte/in für den gesamten Prozess immer mehr in Frage. Zusätzlich droht weiterer Arbeitsplatzabbau durch die intensivierte Automatisierung und Digitalisierung der Branche.

Auch der Trend zu Auslagerung bei Hapag Lloyd setzt sich weiter fort. Die vor einigen Jahren gegründeten Standorte in Polen und Indien, in den Bereichen Customer-Service und IT, sind seitdem stetig wachsend. Zuletzt durch die Umstrukturierung im Bereich IT, die die Verlegung ganzer Abteilungen an den Standort in Gdansk zur Folge hatte.

 „Für 2021 erwartet das Hamburger Traditionsunternehmen mit städtischer Beteiligung einen Gewinn von 2,4 Milliarden Euro. Ohne wirtschaftliche Not wird nun in der Krise der Druck auf die Arbeitsplätze und –bedingungen erhöht. Durch diese Pläne verschärft sich die Verdichtung der Arbeit für die Beschäftigten noch weiter. Es reicht nicht, Geschenke zur Wiedereröffnung der Präsenz zu vergeben, wir erwarten eine Unternehmenspolitik zugunsten der Kolleg*innen“, so Hadinet Berhe, Gewerkschaftssekretär im Fachbereich Verkehr bei ver.di Hamburg.

"International, aber auch in Hamburg, macht die Reedereibranche Milliardengewinne. Leider kommt davon bei den Beschäftigten kaum etwas an. Durch ihre beherrschende Marktmacht üben die Reedereien durch die Frachtraten Druck auf die Hafenunternehmen aus, was sich auf deren Tarife auswirkt. In ihren eigenen Unternehmen wenden sie Tarife der Speditionsbranche an, obwohl sie weitaus bessere Gehälter zahlen könnten“, ergänzt Natale Fontana, Landesbezirksfachbereichsleiter Verkehr bei ver.di Hamburg.

„Die geplanten Umstrukturierungsmaßnahmen bedeuten vor allem für die Beschäftigten in den deutschlandweiten Regionalbüros eine deutliche Veränderung. Die avisierte Qualitätsführerschaft aber braucht gute Arbeitsbedingungen und zufriedene Mitarbeiter*innen. Wir haben große Sorge, dass die Interessen der Beschäftigten bei den geplanten Restrukturierungsmaßnahmen aus dem Blick geraten“, kritisiert Maya Schwiegershausen-Güth, Bundesfachgruppenleiterin Maritime Wirtschaft, ver.di Bund.

Sieglinde Frieß, stellvertretende Landesleiterin ver.di Hamburg, fordert: „Wir erwarten von der Hamburger Politik, dass sie Verantwortung übernimmt und dafür Sorge trägt, dass Veränderungen nicht auf Kosten der Beschäftigten gehen. Die Pandemie hat zu großer Verunsicherung geführt, deshalb ist es umso wichtiger, den Kolleg*innen Sicherheit und gutes Einkommen zu garantieren.“

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