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Mit 100 Tarifverträgen für bessere Arbeit und ordentliche Gehaltserhöhungen …

ver.di Hamburg schaut auf 2019

Mit 100 Tarifverträgen für bessere Arbeit und ordentliche Gehaltserhöhungen

27.12.2018

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) richtet sich im Jahr 2019 auf tarifliche Auseinandersetzungen ein. Auf der Verhandlungsliste der größten Gewerkschaft in der Hansestadt stehen über 100 Tarifverträge, mit denen ver.di angemessene Lohnerhöhungen für die Beschäftigten im Hamburger Dienstleistungssektor durchsetzen will. Die Themen Zukunftssicherung bei Digitalisierung und gute agile Arbeit stehen auch auf der Agenda.

Im Jahr 2019 erwartet ver.di Hamburg wieder große Tarifrunden in zentralen Branchen. Dazu gehören die Beschäftigten der Länder, zu denen beispielsweise die Bezirksämter gehören und die gleich Anfang des Jahres in die Verhandlungen starten, aber auch Branchen wie das private Versicherungsgewerbe und die Energiewirtschaft. Auch in Hamburgs größter Dienstleistungsbranche, dem Einzelhandel, kommt es zur Tarifrunde. Hier kritisiert ver.di bereits seit langem, dass viele Unternehmen die Sozialpartnerschaft verlassen haben und Tarifflucht begehen. Mittlerweile sind nur noch 14 Prozent der Hamburger Einzelhandelsunternehmen tarifgebunden. Ein aktuelles Beispiel für Tarifflucht ist die Lebensmittelkette Real,-. Das Unternehmen hatte im letzten Jahr die Tarifbindung aufgekündigt und die Belegschaft in einen tariflosen Zustand gestürzt. ver.di fordert für die Zukunft, dass gerade in großen und zerklüfteten Branchen wie dem Einzelhandel der Flächentarifvertrag gesetzlich für alle gelten muss. Durch eine sogenannte Allgemeinverbindlichkeitserklärung (AVE) könnten Gewerkschaft, Arbeitgeberverband und Politik eine solche Maßnahme erwirken, die den ungeschützten und bisher tariflosen Beschäftigten mehr finanzielle Sicherheit gibt.

Dazu Berthold Bose, Landesbezirksleiter von ver.di Hamburg: „Es ist ein Unding, dass sich viele, zum Teil große Einzelhandelsunternehmen, durch untertarifliche Bezahlung einen Wettbewerbsvorteil auf dem Rücken der Beschäftigten verschaffen. Wir wollen die Allgemeinverbindlichkeit der Flächentarifverträge im Einzelhandel in Hamburg, um die Ausbeutung zu beenden. Hier sind Politik und Arbeitgeber aufgefordert, sich gemeinsam mit uns zu engagieren.“

Als Maßnahme gegen prekäre Beschäftigung begrüßt ver.di die Initiative des Hamburger Senates aus diesem Jahr, im Einflussbereich der Stadt einen Landesmindestlohn von 12 Euro die Stunde einzuführen. Bei der Umsetzung hapert es noch, aber das soll in Tarifverhandlungen im kommenden Jahr gelöst werden.

Dazu Bose: „In einer teuren Stadt wie Hamburg sind 12 Euro pro Stunde als Einstiegslohn ein richtiger Schritt als Vorbild für die Wirtschaft. Wir werden daran arbeiten, dass dies nicht nur in den von der Stadt beherrschten Unternehmen Wirklichkeit wird. Gleiches wollen wir natürlich auch von der privaten Wirtschaft sehen, in der immer noch viele tausend Beschäftige in Hamburg den nackten Mindestlohn von 8,84 Euro erhalten. Klar ist, weder vom gesetzlichen Mindestlohn noch von 12 Euro pro Stunde kann man in Hamburg gut leben.“

Beim Thema Arbeitszeit will ver.di zukünftig auch in der Tarifpolitik auf veränderte Anforderungen eingehen. Agile Arbeitsmethoden bieten das Potential, effizienter, selbstbestimmter und stressfreier zu arbeiten. Davon haben die Beschäftigten und die Unternehmer etwas. Zu dieser Veränderung der Arbeitsmethoden gehören auch die Möglichkeit und das Bedürfnis vieler Beschäftigter die Arbeitszeit zu reduzieren. Das ist unter anderem eine Reaktion auf eine immer noch anhaltende Arbeitsverdichtung, die in vielen Fällen krank macht. Tarifabschlüsse, die eine Flexibilisierung der Arbeitszeit unterstützen, gibt es bereits. Sie dienen als Vorbild für Verhandlungen in 2019. Viele Arbeitsplätze werden sich schrittweise durch den Einsatz digitaler Medien und Methoden verändern. „Wir müssen die Rahmenbedingungen der Arbeit gestalten, wenn wir Digitalisierungsprozesse begleiten wollen. Dazu gehört, die Arbeitsplätze zu sichern und weiterzuentwickeln. Qualifizierung und Bildung kommen da eine entscheidende Bedeutung zu. Wir verhandeln und schließen Zukunftssicherungstarifverträge ab, die hier Regeln aufstellen und die Beschäftigten mitnehmen“, so Bose.

Für Rückfragen:

Berthold Bose, ver.di Hamburg, 0170 4569941

 

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