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Kein weiterer Personalabbau bei der FHH ist ein erster guter …

Öffentlicher Dienst

Kein weiterer Personalabbau bei der FHH ist ein erster guter Schritt – Ausfinanzierung der Tarifergebnisse und bedarfsgerechte Personalausstattung müssen folgen!

25.07.2018

Am gestrigen Dienstag wurde von Staatsrat Christoph Krupp der aktuelle Personalbericht der Freien und Hansestadt Hamburg der Presse vorgestellt. Staatsrat Krupp hat dabei den Verzicht des jährlichen Stellenabbaus von 250 Stellen verkündet. 

Hierzu erklärt Sieglinde Frieß, Fachbereichsleiterin Bund, Länder und Gemeinden bei ver.di Hamburg: „Diese Entscheidung ist längst überfällig und wird von uns begrüßt, aber sie ist nur „eine Seite der Medaille“. Seit 1992 ist in vielen Bereichen Personal abgebaut worden und vor allem in den Bezirken „knirscht“ die Belastung an allen Ecken und Enden. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung in Hamburg permanent gestiegen ist, die Aufgaben immer mehr und die sozialen Probleme immer komplizierter und schwieriger geworden sind. Wohl wurde Personal in den Bereichen der Lehrkräfte, der Polizei, der Kitas und in einzelnen Bereichen der Bezirke verstärkt, in allen anderen Bereichen hat die Politik allerdings konsequent weiter abgebaut. Das heißt, der Stellenabbau ging auf Kosten der sogenannten Restbereiche – vor allem der Behörden und Ämter -, für diese Beschäftigten ist das besonders bitter, da sie damit die Hauptlast der Kürzungen zu tragen hatten. Zum Beispiel haben sich in den Grundsicherungs- und Sozialabteilungen die Fälle pro KollegIn verdreifacht, in der sozialen Arbeit wird eher verwaltet als ‚geholfen‘ und in den internen Verwaltungsbereichen sind einige Aufgaben gar nicht mehr oder nur oberflächlich erfüllbar. Die Folge ist, dass die Belastung permanent gestiegen ist und damit auch die Krankheitsquote in manchen Arbeitsfeldern „durch die Decke schießt“, viele KollegInnen können einfach nicht mehr und halten die Arbeitssituation oft nur noch begrenzt aus. Deshalb ist es richtig, den Abbau zu beenden, aber auch andere Faktoren müssen folgen. Weiterhin gibt es nur eine begrenzte Ausfinanzierung der Tarifergebnisse, d.h., gute Tariferfolge verbuchen Personalabbau bei der FHH, aber auch in den städtischen Betrieben. Hier ist der Ausfinanzierungsgrad je Bereich unterschiedlich oder vom jeweiligen Haushaltsjahr abhängig. Wir erwarten deshalb den sofortigen Stopp dieser Politik und eine klare Ansage des Senats zur sofortigen Umsetzung der hundertprozentigen Ausfinanzierung. Darüber hinaus müssen die verschiedenen belasteten Behörden, Ämter, Landesbetriebe und Bereiche konzeptionell betrachtet werden. Bei hoher Belastung muss sofort mit zusätzlichem Personal reagiert werden, langfristig muss es aber verlässliche Personalschlüssel geben, die die Politik bzw. der Senat nicht nach ‚Gutsherrenart‘ mal so oder so bewerten kann. Auch die Stellenbewertungen erwarten Überprüfungen, denn bei dem auch für die Stadt hohen Fachkräftemangel muss etwas für die derzeitigen und für die zukünftigen Beschäftigten getan werden. Weitere Ausbildungen sind richtig, aber es müssen Bedingungen vorgefunden werden, die einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz bei der Stadt attraktiv machen. Die Beschäftigten sind ein wichtiges Gut für das Funktionieren der Stadt und für den Erhalt des sozialen Friedens. Der Senat muss sie dementsprechend behandeln und dies erfordert ein sofortiges Reagieren. Wir fordern deshalb: Herr Tschentscher und Herr Krupp, sagen Sie JA zur hundertprozentigen Ausfinanzierung der Tarifergebnisse und JA zu verlässlichen und bedarfsorientierten Personalausstattungen.“ 

Für Rückfragen:

Sieglinde Frieß, ver.di Hamburg 0170 4016962

 

Pressekontakt

Björn Krings - Pressestelle ver.di Landesbezirk Hamburg, Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg 040 890 615-130     0171 682 5521   bjoern.krings@verdi.de