Pressemeldungen

Wie viele sollen noch gehen? - Pflegekräfte im UKE fordern bessere …

Krankenhäuser

Wie viele sollen noch gehen? - Pflegekräfte im UKE fordern bessere Arbeitsbedingungen und ergreifen Maßnahme

14.12.2021

Bereits im August haben Kolleg*innen aus der Intensivpflege im Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE) ihren Vorstand in einem Brandbrief auf die Gefährdung der Patient*innen durch ständige Überlastung der Pflegekräfte hingewiesen.

Eine schriftliche Regelung mit einer Festschreibung zur Besetzung gibt es aber weiterhin nicht, dieses empfinden die Pflegenden als „Verschleppung“.

Nun machen sie in einem weiteren Schreiben an den Vorstand deutlich, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen in Form von Bettensperrungen noch nicht ausreichend sind und fordern eine regelhafte und verbindliche 1:2 Betreuung – so wie es die Pflegepersonaluntergrenzenverordnung seit Februar 2021 vorschreibt: Eine Pflegekraft für höchstens 2 Patient*innen. Nur so könne gewährleistet werden, dass eine Gefährdung der Patient*innen ausgeschlossen sei.

„Die Forderung der Pflegekräfte kommt nicht überraschend“ so Stefanie Ullmann, bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Hamburg für die Krankenhäuser zuständig. „Aus dem UKE berichten uns viele Kolleg*innen von einer immer stärkeren Belastung. Durch Überlastungsanzeigen wird auch der Vorstand regelmäßig darüber informiert“. Ullmann erklärt: „Als Konsequenz aus der dauerhaften Belastung ziehen Pflegekräfte immer häufiger die Flucht aus dem Beruf in Betracht. Der Vorstand des UKE ist in der Verantwortung, diesen Trend zu stoppen.“

Am heutigen Dienstag haben die Kolleg*innen der Intensivstationen am UKE der Pflegedirektion mitgeteilt, dass sie sich nicht länger hinhalten lassen und ergreifen bis Ende Jahres selbst eine Maßnahme: Ab dem 17.12. sind sie, zunächst befristet, nicht mehr bereit, sich aus dem Dienstfrei rufen zu lassen.

„Dienstpläne müssen für die Kolleg*innen verbindlich sein, damit Erholung sicher gestellt ist und die Arbeitsbelastung nicht ins Unermessliche steigt. Wir erwarten, dass der Vorstand des UKE dieses Signal erkennt und sich mit Nachdruck und Ernsthaftigkeit für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen einsetzt!“ so Stefanie Ullmann.

Pressekontakt

ver.di Landesbezirk Hamburg, Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg Pressestelle 040 890 615-130 pressestelle.hh@verdi.de