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Tarifrunde der Länder: Warnstreiks!

Tarifrunde der Länder: Warnstreiks!

05.11.2021

WARNSTREIKs - ab kommender Woche Streikwelle in den Hamburger Bezirken

Auch die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten bei den in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder zusammengeschlossenen Arbeitgebern (TV-L) am 1./2. November 2021 verlief ohne Annäherung.

Um der Arbeitgeberseite deutlich zu machen, dass die Beschäftigten der Länder ein diskutierbares Angebot erwarten, hat ver.di Hamburg zu verschiedenen Warnstreiks in der kommenden Woche in der Hansestadt aufgerufen. Von Montag bis Donnerstag wird es zu Arbeitsniederlegungen kommen.

Die Warnstreiks werden von Montag, 8. November 2021, bis Donnerstag 11. November schwerpunktmäßig  in verschiedenen Hamburger Bezirken stattfinden: Montag Wandsbek, Dienstag Harburg, Mittwoch Altona/Eimsbüttel, Donnerstag Eimsbüttel/Nord. Die Streikbereitschaft der Schleusenwärter*innen (LSBG) könnte von Montag bis Donnerstag reichen. Die Streikaufrufe richten sich an Tarifbeschäftigte, Auszubildende und Praktikant*innen der Bereiche Bezirksämter, Sozialbehörde, Landesbetrieb Erziehung und Beratung, Landesbetrieb Gebäudereinigung, Landesbetrieb Straßen-Brücken-Gewässer, Hochschulen, Staats- und Universitätsbibliotheken, Schulen und Schulbau Hamburg.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) rechnet jeweils mit 400 bis 500 Streikenden. Bereits am Donnerstag, 04.11.2021, hatten studentisch Beschäftigte die Arbeit niedergelegt.

Ehrenamtlich bei ver.di Hamburg Engagierte aus den unterschiedlichen betroffenen städtischen Arbeitsbereichen beschreiben die Situation so:

„Die Haltung der Arbeitgeberseite bedeutet, dass die Beschäftigten die Kosten der Corona-Krise zahlen sollen, das ist eine Unverschämtheit. Vor allem Kolleg*innen mit geringer Bezahlung spüren jeden Tag, wie teuer alles wird. Wer für Hamburg arbeitet, muss auch in Hamburg leben können. Wir streiken nicht aus Jux und Dollerei, wir streiken, weil es jetzt reicht! Darum werden die Kolleg*innen unserer Schleusen diese Woche zeigen, dass ohne uns nichts läuft,“ sagt Nicole Drücker (LSBG).

„Seit Beginn der Pandemie sind wir in den Schulen im Schulbüro, als Hausmeister*innen, in der Reinigung und der Schulsozialarbeit auf dem Posten geblieben und gewährleisten – unter teils schwierigsten Bedingungen – einen sicheren Schulbetrieb und sorgen dafür, dass kein Kind ‚untergeht‘. Natürlich erwarten alle Kolleginnen und Kollegen, dass das anerkannt wird. Jetzt fühlen wir uns vor den Kopf gestoßen, weil die Arbeitgeberseite uns sogar herabgruppieren will. Ich erwarte eine hohe Streikbeteiligung aus den Schulen,“ beschreibt Petra Tewson – Goronzy (Schulbüro Wilhelmsburg) die Situation.

„Die Kolleg*innen – unter anderem in den Gesundheitsämtern – sind in den letzten Monaten oft über ihre Grenzen gegangen und wir alle erwarten, dass das bei den Verhandlungen anerkannt wird. Sollte die Arbeitgeberseite bei ihrer harten Haltung bleiben, werden wir bestimmt noch mehr gute Leute verlieren, was zu weiterer Überlastung der verbliebenen Kolleg*innen und damit auch zu Problemen für die Bürgerinnen und Bürger Hamburgs führt, die auf unsere Arbeit angewiesen sind,“ so Katharina Denker (Bezirksamt Nord).

ver.di fordert von der Arbeitgeberseite in der Tarifrunde der Länder:

·         Erhöhung der Tabellenentgelte der Beschäftigten um 5 Prozent, mindestens aber um 150 Euro monatlich

·         Erhöhung der Tabellenentgelte der Beschäftigten im Gesundheitswesen um 300 Euro monatlich

·         Erhöhung der Entgelte der Auszubildenden, Studierenden und Praktikant*innen um 100 Euro monatlich

·         Laufzeit zwölf Monate

·         Wiederinkraftsetzung der bisherigen Übernahmeregelung für Auszubildende