Pressemeldungen

Kinderbetreuung im Lockdown: Eltern werden nach wie vor im Stich …

Kinderbetreuung und Homeoffice

Kinderbetreuung im Lockdown: Eltern werden nach wie vor im Stich gelassen

16.12.2020

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Hamburg erneuert ihre Forderung nach einer echten Freistellung für Eltern, die wegen des Lockdowns ihre Kinder Zuhause betreuen. Der im Infektionsschutzgesetz geregelte Betrag von 67% des letzten Nettogehaltes sei laut ver.di Hamburg gerade in unteren Lohngruppen zu wenig, um Familien angemessen zu unterstützen.

Sandra Goldschmidt, stellvertretende Landesleiterin bei ver.di Hamburg: „Es ist bei der Entschädigung für Eltern wie mit dem Kurzarbeitsgeld: Gerade in den unteren Lohngruppen reichen 67% vorne und hinten nicht – schon gar nicht bei Familien mit Kindern und Alleinerziehenden. Der Gesetzgeber muss hier dringend nachbessern. Wir brauchen eine echte Freistellung mit komplettem Lohnersatz, zumindest bei Kindern unter zwölf.“

Karin Schönewolf, Vorsitzende der ver.di-Frauen Hamburg, ergänzt: „Eine angemessene Kinderbetreuung ist im Homeoffice nicht möglich. Die Doppelbelastung tragen in der Regel die Frauen, die sich zwischen Kindern und Beruf aufreiben. Das muss ein Ende haben und deshalb brauchen Eltern im Homeoffice bezahlte Freistellung, wenn ihre Kinder wegen der Pandemie nicht in die Schule oder Kita können!“

Aus Sicht von ver.di entzieht sich die Politik ihrer Verantwortung, wenn zwar appelliert wird, die Kinder möglichst Zuhause zu betreuen, ausreichende Hilfen aber ausbleiben.

Als besonders perfide bezeichnet Sandra Goldschmidt, dass die zusätzlichen Urlaubstage, die von der letzten Ministerpräsidentenkonferenz für Kinderbetreuung im Lockdown angekündigt wurden, nun in der Debatte nicht mehr auftauchen. Stattdessen verweist Kanzleramtschef Braun auf die bestehenden Regelungen im Infektionsschutzgesetz. Goldschmidt fordert: „Das muss unverzüglich geregelt werden. Es kann nicht angehen, dass sich die Politik mit dem Beschluss schmückt und ihn dann klammheimlich unter den Tisch fallen lässt! So verspielt man die Unterstützung für die wichtigen Corona-Maßnahmen. “

Pressekontakt

ver.di Landesbezirk Hamburg, Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg Pressestelle 040 890 615-130 pressestelle.hh@verdi.de