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ver.di fordert größeren Geltungsbereich und bessere Vergütung …

Mindestausbildungsvergütung (MiAV)

ver.di fordert größeren Geltungsbereich und bessere Vergütung

15.05.2019

Heute, am 15. Mai 2019, hat das Kabinett in Berlin einen Gesetzentwurf, der auch die Mindestausbildungsvergütung betrifft, beschlossen.  Nach Auffassung von ver.di Hamburg war das schon lange überfällig und ist von daher zu begrüßen. Zu kritisieren ist aber, dass Auszubildende lediglich 515 Euro im ersten Lehrjahr erhalten sollen. Außerdem sind eine ganze Reihe von Ausbildungsverhältnissen von der Neuregelung ausgenommen. Dazu gehören die dualen Studiengänge  und viele Ausbildungen im Gesundheitsbereich wie Physiotherapeutinnen und – therapeuten oder Medizinisch-technische Assistentinnen und Assistenten, für die oftmals überhaupt keine Ausbildungsvergütungen bezahlt werden. Für ver.di ist es  vollkommen unverständlich, warum  nur unter das Berufsbildungsgesetz fallende Ausbildungsberufe im Geltungsbereich berücksichtigt wurden.

Anna-Lena Kaufmann Gewerkschaftssekretärin ver.di Jugend Hamburg: „Die Mindestausbildungsvergütung für Azubis ist überfällig und ein wichtiger und großer Schritt, um die berufliche Bildung attraktiver zu machen. Der Gesetzesentwurf greift jedoch deutlich zu kurz, denn viele Auszubildende und dual Studierende werden hier nicht profitieren, weil sie nicht unter das Berufsbildungsgesetz fallen. Wir erwarten  einen ausgeweiteten Geltungsbereich der MiAV und mindestens 80% der durchschnittlichen tariflichen Vergütung und damit 660€ ab dem ersten Lehrjahr. Das muss drin sein und zwar für alle betrieblichen Ausbildungen, denn Azubis brauchen eine gute Ausbildungsvergütung und keinen schlechten Kompromiss!“

ver.di fordert eine deutliche Nachbesserung des Gesetzesentwurfs. Unter anderem sollte die jährliche, automatische Anpassung der MiAV auf Grundlage der vom Bundesinstitut für Berufsbildung ermittelten durchschnittlichen Steigerung der tariflichen Ausbildungsvergütung erfolgen.

 

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