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Beschäftigte setzen ein klares Zeichen

Tarifrunde öffentlicher Dienst

Beschäftigte setzen ein klares Zeichen

Bei klirrender Kälte kamen heute, am 1. März, etwa 300 Beschäftigte aus den Betrieben und Dienststellen des öffentlichen Dienstes in Hamburg zum Auftakt in der diesjährigen Tarifrunde zusammen.

Möglicherweise hat das Verhalten der Arbeitgeber für die notwendigen Hitzewallungen gesorgt. Denn nicht nur, dass sie kein Angebot vorgelegt haben, sie bezeichneten die ver.di Forderung nach einer sozialen Komponente (mindestens 200 €) als unsozial und die gesamte ver.di Forderung als "nicht bezahlbar". Diese Behauptung hören wir in jeder Tarifrunde und nie war sie so falsch, wie dieses Jahr.

Heute haben die Kolleg*innen nicht nur Flagge gezeigt und das klare Signal in Richtung Arbeitgeber geschickt, dass sie für ihre Forderung, wenn nötig, auch in den Ring steigen.

Einige haben, stellvertretend für die Beschäftigten und bejubelt von allen Anwesenden, vom ver.di Landesleiter Berthold Bose eine Ehrung erhalten, mit der ihre Verdienste um unser Gemeinwesen gewürdigt wurden, quasi einen Arbeitnehmer*innen-Oscar.

Überreicht wurde die Ehrung an:

  • Thomas Schubert von der Stadtreinigung
  • Caludia Brillinger von den Elbkinder-Kitas
  • Rainer Lüthje vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
  • Katrin Runge-Neumann von den Bücherhallen und
  • Astrid Trost von HPA

Bose dankte allen auch ausdrücklich für ihr Engagement in ver.di.

Als "Skandal" bezeichnete er das Verhalten der Arbeitgeber. „Die Steuereinahmen sprudeln und es ist wichtig, dass die Gehälter im öffentlichen Dienst den Anschluss an die private Wirtschaft nicht weiter verlieren“, betont Bose. „Gerade in den unteren Einkommensgruppen bedarf es einer angemessenen Tariferhöhung, weshalb die Forderung von monatlich mindestens 200 Euro genau richtig ist. Es kann nicht sein, dass es auch im öffentlichen Dienst immer noch Beschäftigte gibt, die trotz harter Arbeit Schwierigkeiten haben, ein auskömmliches Leben in einer Stadt wie Hamburg zu führen.“

Statt ein würdevolles Angebot vorzulegen, bemühen die Arbeitgeber nun den -selbst verschuldeten- Fachkräftemangel als Argument und schreiben, sie würden lieber die Besserstellung von Fach- und Führungskräften voranbringen. Als sei es die Aufgabe der Kolleg*innen in den unteren Entgeltgruppen (ausgerechnet!), diese zu finanzieren. Gutes Personal gewinnt man besser mit guten Arbeitsbedingen.