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ver.di auf Ohlsdorfer Friedensfest

ver.di auf Ohlsdorfer Friedensfest

ver.di Hamburg auf dem Ohlsdorfer Friedensfest 2016

Das Ohlsdorfer Friedensfest stand in diesem Jahr unter dem Motto „ÜberLeben“. Das Bündnis  stellte damit einen besonderen Bezug zu dem politisch aktuellen Themen wie Krieg und Flucht her. Alle Organisationen richteten dazu Lesungen, Debatten, Erzählcafes und Vorträge aus, oder befassten sich mit Fragestellungen, die im engen politischen Kontext stehen, wie Rechtspopulismus, Anti-“Terror“-Politik und Abbau von demokratischen Rechten. Unter anderem referierte der Vorsitzende der Humanistischen Union Dr. Rolf Goessner. Wie jedes Jahr gab es auch einen gut besuchten Gottesdienst.

Am 23. Juli wurde das Fest mit einem Grußwort von Wolfgang Rose, MdHB, eröffnet. Danach trat die Gruppe „Grenzgänger“ auf mit dem Programm „Und weil der Mensch ein Mensch ist“. Sie gab den musikalischen Auftakt für über zwei Wochen Friedensfest.

ver.di hatte wieder zwei Termine vorbereitet oder mitgestaltet.

Gemeinsam mit einer Pastorin aus einer anliegenden Kirchengemeinde hatten zwei Mitglieder des ver.di - Arbeitskreises Antirassismus (AK Antirassismus) wieder ein Treffen zum Erzählen und Zuhören am 31.Juli ausgerichtet, und sich damit wieder an die Frage  Kriegstraumata und deren Weitergabe an die Folgegenerationen herangewagt. Der diesjährige Schwerpunkt war Flucht 1945 / 1946 und die Geflüchteten, die heute in Deutschland angekommen sind. Es wurde Raum für persönliche Erfahrungen gegeben. Über 20 Teilnehmer_innen beteiligten sich an dem Austausch. Die Ursache für Traumata waren Krieg, Flucht und am Ende auch Ankunft an einem Ort, der eine neue Heimat werden sollte, aber der sehr selten freundlich war. Am Ende wurden Parallelen und Gemeinsamkeiten mit der heutigen Situation unterstrichen.

Am Sonntag, dem 8.August, fand die inzwischen traditionelle Biografie-Lesung des AK Antirassismus über Hamburgerinnen im Widerstand statt. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Sascha Nedelko Bem, der auf Konzertgitarre eigene Arrangements und Kompositionen vortrug und damit das Zelt in eine angemessenen Stimmung versetzte.

Zunächst wurde jedoch der Paula-Mielke-Preis vorgestellt, den ver.di Hamburg im November erstmalig verleihen wird. Paula Mielke ist eine der Frauen, die der Arbeitskreis im Rahmen des Ohlsdorfer Friedensfestes vorgestellt hatte. Um zu verdeutlichen warum  diese Widerstandskämpferin Namensgeberin für den Preis geworden ist, präsentierte Ruth Sanio-Metafides noch einmal das Leben dieser Frau.

Danach wurde die Biografie von Ille Wendt vorgetragen. Gisela Reich hatte die wichtigsten Stationen ihres Leben zusammengetragen, aufgeschrieben und gelesen.

Die Veranstaltung war insgesamt gut besucht. Es waren Angehörige von Ille Wendt im Publikum, die eigene Erfahrungen und Erlebnisse vortrugen, so dass diese widerständige Frau eine angemessene Würdigung erfuhr.

Der 8. August war auch der Todestag von Ille Wendt, so dass nach Sascha Bems Zugabe die Angehörigen mit einer Gruppe von Teilnehmer_innen zum Ehrenfeld gingen, wo Ille Wendt bestattet liegt.

 

15. August 2016

Monika Roloff