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Mängel in der Altenpflege

Mängel in der Altenpflege

Teilschließung in Langenhorner Seniorenheim – ver.di kritisiert Heimleitung und Träger 28.07.2016

Der Hamburger Fachbereich „Gesundheit & Soziales“ der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert im Zuge der Teilschließung des Langenhorner Seniorenheimes Röweland die Heimleitung und den Träger der Einrichtung, die „Seniorenzentren Geschwister Jensen GmbH“, scharf.

Das Seniorenheim mit 140 Plätzen wurde am gestrigen Mittwoch von der Wohn- und Pflegeaufsicht wegen erheblicher Mängel zum Teil geschlossen.
ver.di und Arbeitnehmervertreter haben in den letzten Jahren immer wieder auf Missstände wie personelle Unterbesetzung in der Einrichtung hingewiesen.

Dazu Norbert Proske, Gewerkschaftssekretär von ver.di Hamburg: „Zu wenig Personal, mangelhafte Personalführung und schlechte Bezahlung der Beschäftigten sind einige Punkte, die wir im Seniorenzentrum Röweland gemeinsam mit dem damaligen Betriebsrat immer wieder kritisiert haben. Neben den Heimbewohnern müssen nun die über hundert Beschäftigten die Suppe auslöffeln, da ihre Arbeitsplätze durch die Schließung gefährdet sind.“

Besonders pikant an den Ereignissen ist die Tatsache, dass in den Einrichtungen der „Seniorenzentren Geschwister Jensen GmbH“ laut ver.di immer wieder gegen Betriebsrat und Gewerkschaft seitens der Unternehmensleitung vorgegangen wurde. So weigerte sich das Unternehmen in der Vergangenheit Tarifverträge mit ver.di abzuschließen, die einen Mindeststandard für gute Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung der Beschäftigten hätten sichern können.

Gleichzeitig wurden von der Geschäftsführung Mahnungen von Betriebsräten bezüglich Missständen in den Heimen nicht ernst genommen und sogar ein Rechtsverfahren gegen eine Betriebsrätin in der Einrichtung Böttcherkamp, die ebenfalls zur „Seniorenzentren Geschwister Jensen GmbH“ gehört, geführt. Dieses Verfahren läuft noch und soll die Kollegin aus dem Betrieb entfernen.

„Die Teilschließung der Einrichtung Röweland ist auch eine Quittung für die Ignoranz gegenüber der Mitbestimmung der Beschäftigten. Wer nicht auf die Stimme der Arbeitnehmervertreter bei Missständen hört, und sie stattdessen sogar bekämpft, darf sich nicht wundern, wenn es in den Einrichtungen zu Schließungen kommt“, so Proske.