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Zum Tod von Günter Grass

Zum Tod von Günter Grass

14.04.2015

 „Wir Schriftstellerinnen und Schriftsteller vom Hamburger Verband deutscher Schriftsteller VS in ver.di werden uns stets mit Dankbarkeit und kollegialem Respekt an Günter Grass erinnern“, sagte der Vorsitzende des Hamburger Landesverbands Reimer Boy Eilers.

Eine ganze Generation im Nachkriegsdeutschland wuchs mit der Lektüre der „Blechtrommel“ auf. Aber das war nur die eine, die künstlerische Seite von Günter Grass. Gemeinsam mit Heinrich Böll, Martin Walser, Dieter Lattmann und Ingeborg Drewitz hatte er sich Ende der 60er Jahre für den Gewerkschaftsbeitritt der Schriftsteller eingesetzt. Das Motto hieß: „Einigkeit der Einzelgänger.“ Einer der großen Erfolge dieser Politik war so banal wie existenziell bedeutsam: die Künstlersozialversicherung.

Trotz aller Solidarität blieb Günter Grass ein streitbarer Geist. Bei dem Zusammenschluss zu immer größeren gewerkschaftlichen Einheiten fürchtete er um die Stimme des Schriftstellerverbandes und so trat er aus der von ihm mit gegründeten Organisation wieder aus. Andere Kontroversen entzündeten sich an der Unterstützung von Dissidenten aus der DDR oder dem Modus der Wiedervereinigung. Zuletzt erregte ein israelkritisches Gedicht die Öffentlichkeit.

In einem aber blieb Günter Grass unbeirrt. Er begleitete den VS stets mit freundlichem und kollegialem Interesse. Reimer Boy Eilers: „Ich erinnere mich noch gut an den Schriftstellerkongress in Köln 1999, als der frisch gekürte Nobelpreisträger Günter Grass zusammen mit dem damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau auf dem Empfang der Stadt erschien und an dem Abend mit uns feierte, als sei er nie weg gewesen.“

Für Rückfragen:
Dr. Reimer Boy Eilers, Vorsitzender VS Hamburg
c/o ver.di Hamburg Agnes Schreieder, Mobil 0151 14 26 60 43

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