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Sachgrundlose Befristungen werden Ausnahme in Behörden und öffentlichen …

Sachgrundlose Befristungen werden Ausnahme in Behörden und öffentlichen Unternehmen

07.04.2017

Hamburg ist auf dem Weg zur "Stadt der guten Arbeit" ein Stück vorangekommen. In einem aktuellen Rundschreiben hat das Personalamt im Auftrag des Senats neue „Regelungen über den Abschluss von Zeitverträgen“ formuliert. Hintergrund ist ein Bürgerschaftsbeschluss aus dem Juli 2016. Dieser wird nun umgesetzt.

Danach werden sachgrundlose Befristungen in Behörden, öffentlichen Unternehmen und bei Zuwendungsempfängern ausgeschlossen. Nur begründete Ausnahmefälle dürfen zugelassen werden, die aber regelmäßig überprüft werden.

Berthold Bose, Leiter ver.di-Hamburg: „Unsere Kampagne zur Eindämmung von Befristungen hat gewirkt. Die Neuregelung bringt für viele hundert Beschäftigte bessere Chancen auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis und damit mehr Sicherheit für die Lebensplanung. Ohne einen unbefristeten Vertrag ist es zum Beispiel schwierig eine Wohnung zu mieten oder einen Kredit zu erhalten.“

Es müsse nun aber auch ausgeschlossen werden, dass es Tricksereien mit dieser Anordnung gäbe, so Bose weiter: „Es darf nicht sein, dass öffentliche Unternehmen über Anstellungen in Tochterunternehmen die Regelungen umgehen."

Ver.di werde weiter Druck machen, damit Befristungen auch in der freien Wirtschaft eingedämmt würden. „Dabei ist auch die Politik gefordert. Wir werden die Parteien an dieser Forderung messen, wenn es zur Bundestagswahl im September geht“, so Bose.

In Hamburg liegt die Quote von befristeten Arbeitsverhältnissen bei 11,4 Prozent und damit höher als der Bundesdurchschnitt von 8,4 Prozent.

Für Rückfragen:
Berthold Bose, 0170 – 456 99 41