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Warnstreik bei der REMONDIS GmbH Hamburg

Arbeitgeber verweigert Haustarifvertrag

Warnstreik bei der REMONDIS GmbH Hamburg

04.10.2017

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft am Mittwoch, den 4. Oktober die Beschäftigten der REMONDIS GmbH Hamburg zum ganztägigen Warnstreik auf. Hintergrund der Aktion ist die Weigerung des Dienstleisters für Entsorgungswirtschaft über einen Haustarifvertrag für die rund 100 Beschäftigten in Hamburg zu verhandeln. Nachdem die Flächentarifverhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und dem Bundverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) auf Bundesebene im April dieses Jahres gescheitert sind, hatte ver.di Hamburg die REMONDIS GmbH Hamburg bereits im Juli zu Haustarifverhandlungen aufgefordert. Damit sollen für die Beschäftigten der REMONDIS GmbH anstehende Tariferhöhungen und Verbesserungen der Arbeitsbedingungen über einen Haustarifvertrag vereinbart werden.

„Wir haben alle notwendigen Vorbereitungen getroffen, eine Tarifkommission gewählt, die Forderungen beschlossen und dann viele Wochen auf eine zielführende Auseinandersetzung am Verhandlungstisch gewartet“, sagt Ole Borgard, Verhandlungsführer von ver.di Hamburg. „Es ist deshalb außerordentlich bedauerlich, wenn aufgrund einer Verweigerungshaltung der Arbeitgeberseite bereits vor Verhandlungsbeginn zum letzten Mittel, dem Streik, gegriffen werden muss, um der Arbeitgeberseite die hohe Bedeutung der Anliegen der Kolleginnen und Kollegen zu verdeutlichen“, so Borgard.

Neben einer Erhöhung des Tabellenentgeltes von 6,0 Prozent, bei einer Laufzeit von 12 Monaten, rückwirkend ab Jahresbeginn, wird eine Erhöhung der Auszubildendenvergütung von monatlich 150 Euro gefordert. Außerdem will die ver.di-Tarifkommission die sogenannten „80 %-Regelung“ bei REMONDIS abschaffen. Sie wurde ursprünglich im alten Flächentarifvertrag vereinbart um die Arbeitsbedingungen der konzerninternen Leiharbeiter deutlich zu verbessern. Diese Regelung wird vor dem Hintergrund der guten wirtschaftlichen Lage in der private Entsorgungswirtschaft von ver.di als überholt und nicht mehr zeitgemäß angesehen.  

„Diese Regelung ist vollkommen inakzeptabel und überholt. Die neueingestellten Leiharbeiter bekommen lediglich 80 Prozent des Gehaltes der Stammbelegschaft und haben keinerlei Aussicht auf eine Verbesserung. Das sind Löhne, die in Hamburg nur gerade so zum Leben reichen. Für ihre gute Arbeit haben die Kolleginnen und Kollegen eine Bezahlung verdient, von der sich auch in Hamburg Miete bezahlen und vernünftig leben lässt“, so Borgard.

Parallel werden am Mittwoch in der Region Nord vier weitere Standorte der REMONDIS GmbH mit der Forderung Tarifverhandlungen aufzunehmen bestreikt.

An die Redaktionen:
Die Streikenden treffen sich am Mittwoch, den 4.10. ab 6 Uhr am Streikposten vor dem Hamburger Unternehmensstandort von REMONDIS, Hörster Straße 152, Hamburg-Harburg. Ab 8:00 Uhr wird an gleicher Stelle eine Kundgebung stattfinden.  

Für Rückfragen:
Ole Borgard, ver.di Hamburg 0151 64967384 ole.borgard@verdi.de

 

Pressekontakt

V.i.S.d.P.: Björn Krings
ver.di-Landesbezirk Hamburg
Pressestelle
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E-Mail: bjoern.krings@verdi.de