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Hambugrer Friseur-Innung verweigert tarifliche Bezahlung

Hambugrer Friseur-Innung verweigert tarifliche Bezahlung

15.12.2017

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) wird am Mittwoch, den 20. Dezember bei der FRISEUR-INNUNG HAMBURG Protest-Unterschriften von Kunden und Beschäftigten übergeben. Hintergrund der Aktion ist die Weigerung der Innung, mit ver.di über einen Tarifvertrag für die rund 700 Azubis im Hamburger Friseurhandwerk zu verhandeln.

Im Rahmen der bundesweiten ver.di-Kampagne „besser abschneiden“ wurden in allen Bundesländern die Friseur-Innungen als potentielle Tarifpartner von ver.di aufgefordert, über Tarifverträge für Friseur-Azubis zu verhandeln. Damit sollten Auszubildende in der Branche vor Ausbeutung geschützt und zumindest minimale Vergütungsstandards gewährleistet werden. Vor kurzem wurden bereits Tarifverträge für Nordrhein-Westfalen, Reinland-Pfalz und Schleswig-Holstein mit ver.di vereinbart.

Im Hamburger Friseurhandwerk erhalten Auszubildende im ersten Ausbildungsjahr lediglich 300 Euro im Monat, im zweiten 325 Euro und erst im dritten 500 Euro. Diese Vergütungsempfehlung stammt von der FRISUER-INNUNG HAMBURG, die im Gegensatz zu anderen Bundesländern Verhandlungen über einen Tarifvertrag in diesem Bereich nach aktuellem Stand verweigert.

„In Hamburg weigert sich die Innung bisher, den Azubis im Friseurhandwerk tarifliche Mindeststandards zuzugestehen“, sagt Andre Kretschmar vom ver.di-Fachbereich Besondere Dienstleistungen in Hamburg. „Wir werden mit unser Petition auf dieses skandalöse Verhalten aufmerksam machen und den politischen und öffentlichen Druck erhöhen.“

Besonders brisant an der Hamburger Situation ist die Tatsache, dass die FRISUER-INNUNG HAMBURG offensichtlich versucht mit einer sogenannten „Christlichen Gewerkschaft“ einen Pseudotarifvertrag für Azubis abzuschließen, um die bundesweite ver.di-Initiative in der Hansestadt zu umgehen. In der Antwort der Innung auf die Verhandlungsaufforderung von ver.di heißt es, dass sie Gespräche mit der GÖD (Gewerkschaft Öffentlicher Dienst) aufgenommen hat. Die GÖD gehört zum CGB (Christlichen Gewerkschaftsbund). Mitgliedsorganisationen des CGB wurde in der Vergangenheit mehrfach die Tariffähigkeit vom Arbeitsgericht abgesprochen. In der Öffentlichkeit wurden diese „gelben“ Gewerkschaften laut Medien immer wieder mit Gefälligkeitstarifverträgen für Arbeitgeber entlarvt.

„Der Versuch, mit sogenannten christlichen Gewerkschaften Dumpingverträge abzuschließen und so tarifliche Bezahlung zu umgehen, ist nicht neu“, sagt Kretschmar. „Wahrscheinlich hat die GÖD im Gegensatz zu ver.di kaum oder keine Mitglieder im Hamburger Friseurhandwerk und alleine deswegen schon kein Mandat. Die FRISEUR-INNUNG HAMBURG muss sich entscheiden, entweder sie begibt sich auf eine Irrfahrt des Lohndumpings oder sie verhandelt mit ver.di als repräsentative und zuständige Fachgewerkschaft im Friseurhandwerk und sichert ihren Azubis tarifliche Mindeststandards.“

An die Redaktionen

Am 20. Dezember werden mehre ver.di-Vertreter ab 15:00 Uhr mit einem Transparent vor der FRISUER-INNUNG HAMBURG beim Schuldts-Stift 3 in Hamburger Neustadt stehen und die Protest-Unterschriften überreichen. Pressevertreter sind willkommen. Zu weiteren Hintergründen und Anfragen wenden sie sich bitte an Herrn Kretschmar.

Für Rückfragen

Andre Kretschmar, ver.di Hamburg 0160 741 9854

Pressekontakt

Björn Krings - Pressestelle ver.di Landesbezirk Hamburg, Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg 040 890 615-130     0171 682 5521   bjoern.krings@verdi.de