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Der Gehaltsabsteiger – Remondis! Zeichen stehen auf Sturm im …

Remondis will in billigeres Tarifwerk flüchten

Der Gehaltsabsteiger – Remondis! Zeichen stehen auf Sturm im Norden

29.01.2018

Von wegen „Recycling Tabellenführer“…im Tarifstreit mit der Remondis GmbH im Norden an den Standorten in Hamburg und 7 weiteren Standorten im Norden (u.a. Schleswig, Brunsbüttel, Lübeck etc.) hat die Arbeitgeberseite angekündigt, zum 01.02.2018 in den Verband Güterverkehr, Spedition und Logistik zu wechseln und das dortige Tarifwerk zur Anwendung zu bringen. 

„Für die rund 100 Beschäftigten am Standort Hamburg ein Schlag ins Gesicht“, betont Ole Borgard, Fachbereichsleiter bei ver.di Hamburg. „Die Beweggründe sind scheinheilig, es geht der Arbeitgeberseite einzig und allein darum, Geld zu sparen – das ist Wahnsinn, ein Branchenprimus der Entsorgungswirtschaft, der bundesweit satte Gewinne einfährt, verweigert seinen Beschäftigten in der zweitteuersten Stadt Deutschlands eine wertschätzende Bezahlung. Gleichzeitig werden z.B. Kraftfahrer auch in Hamburg händeringend gesucht. Die jetzt ausgegebene Arbeitgeber-Losung „im Zuge des Verbandswechsels wird sich nichts verschlechtern“ bedeutet im Umkehrschluss „nichts wird sich verbessern“, so Borgard. Das ist aber dringend notwendig: derzeit verdient ein Kraftfahrer bei Remondis als Einstiegsentgelt 11,95 Euro die Stunde, in Schleswig-Holstein nochmal weniger, ohne weitere Aufstiegsmöglichkeiten. Dies gilt auch für alle Beschäftigten, die nach 2011 angefangen haben. Es ist nicht weiter hinnehmbar, dass etliche Kolleginnen und Kollegen seit Jahren in ihrer Anfangsgehaltsstufe festkleben. Damit spart Remondis seit Jahren Geld. Die Gewinne der Rethmann Gruppe, zu der Remondis gehört, sprudeln unterdessen auch in diesem Jahr kräftig weiter.

„Wir halten an unseren Forderungen für einen Haustarifvertrag für die einzelnen Standorte fest“, betont Mario Klepp, Landesfachbereichsleiter im ver.di Landesbezirk Nord. Und werden Druck auf allen Kanälen machen.   

Hintergrund der regionalen Tarifauseinandersetzungen sind die bereits im Frühjahr 2017 gescheiterten Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE). Die Arbeitgeberseite war erst nach einer Warnstreikrunde Anfang Oktober überhaupt bereit, an den Verhandlungstisch zu kommen. Die Flucht ist ein Affront für jeden Beschäftigten. Mit Zulagenregelungen versucht die Geschäftsführung die Kolleginnen und Kollegen abhängig zu machen. Diese Zulagen führen zu einer Arbeitgeberwillkür, mit der die Beschäftigten in Abhängigkeit geraten, und ihrerseits jetzt plötzlich nach zwei Verhandlungsrunden einen Verbandswechsel zu forcieren, um in ein billigeres Tarifwerk zu flüchten ist unverantwortlich, erpresserisch und dreist.

ver.di fordert weiterhin eigenständige Haustarifverträge, in denen unter anderem folgendes geregelt wird: Wiedereinsetzen der Stufensteigerung, Erhöhung des Tabellenentgeltes von 6,0 Prozent und der Auszubildendenvergütung um monatlich 150 Euro.

Für Rückfragen:   Ole Borgard, ver.di Hamburg, 0151 64967384
                            Mario Klepp, ver.di Nord, 0175 9792963

 

Pressekontakt

Björn Krings - Pressestelle ver.di Landesbezirk Hamburg, Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg 040 890 615-130     0171 682 5521   bjoern.krings@verdi.de