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ver.di fordert mehr Jobqualität auf dem Arbeitsmarkt

Hamburger Zahlen der Bundesagentur für Arbeit

ver.di fordert mehr Jobqualität auf dem Arbeitsmarkt

03.01.2018

Die am heutigen Mittwoch von der BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT veröffentlichten Zahlen für den Hamburger Arbeitsmarkt werden von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisch bewertet. Insbesondere die Qualität der gewonnen neuen Jobs stellt ver.di in Frage. Trotz steigender Beschäftigung und einer sinkenden Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent, ist gerade im Hamburger Dienstleistungssektor ein Anstieg von Niedriglöhnen und prekären Jobs zu beobachten. So werden in Hamburg und den alten Bundesländern im Durchschnitt nur noch 56 Prozent der Beschäftigen von einem Tarifvertrag erfasst. Zum Jahrtausendwechsel waren es laut HANS BÖCKLER STIFTUNG noch 70 Prozent. Zusätzlich haben in den letzten zehn Jahren Nebenjobs in der Hansestadt um rund 15 Prozent zugenommen. Auch die Anzahl befristeter Arbeitsverträge bei Neueinstellung ist bundesweit mit rund 50 Prozent nach wie vor alarmierend hoch. Gerade in Hamburg sind Beschäftigte, laut Angaben des Statistikamtes Nord, überdurchschnittlich stark von Befristungen betroffen. 

„Es geht nicht nur um die Frage wie viele Jobs im letzten Jahr entstanden sind, sondern auch darum, welche Qualität die Arbeit hat“, sagt Berthold Bose, Landesbezirksleiter von ver.di Hamburg. „Zunehmende Tarifflucht, ein Anstieg von Nebenjobs und die hohe Anzahl befristeter Arbeitsverhältnisse stehen den guten Arbeitsmarktzahlen entgegen. Insbesondere im Bereich der Tarifbindung, wo es leichter werden muss Tarifverträge für allgemeinverbindlich zu erklären, oder bei der Abschaffung von sachgrundlosen Befristungen ist die Politik zum Handel gefordert. Wir müssen die gute Konjunktur nutzen, um unseren Staat sozial abzusichern und auch um Altersarmut zu verhindern.“

Pressekontakt

Björn Krings - Pressestelle ver.di Landesbezirk Hamburg, Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg 040 890 615-130     0171 682 5521   bjoern.krings@verdi.de