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Aktion „Handhygiene“ abgebrochen

Arbeitgeber stellten kein zusätzliches Personal

Aktion „Handhygiene“ abgebrochen

12.09.2017

Beschäftigte an Hamburger Krankenhäusern haben heute gegen den Pflegenotstand protestiert. Unter dem Motto „Händedesinfektion? Klar, nur wann?“ beteiligten sie sich an einem bundesweiten Aktionstag, zu dem ver.di aufgerufen hatte.

Stationsteams hatten demonstrativ Zeit eingefordert, um ordnungsgemäß die Hände zu desinfizieren. Die Arbeitgeber wurden aufgefordert, das dafür nötige Personal zur Verfügung zu stellen. Die Aktion wurde den Personalverantwortlichen der Krankenhäuser angekündigt. In den Schreiben wurde aufgelistet, wie viel mehr Personal nötig wäre, um die Händedesinfektion ordnungsgemäß durchzuführen.

Weil der Arbeitgeber aber kein zusätzliches Personal stellte, musste die Aktion bereits gegen 8 Uhr abgebrochen werden. „Die Beschäftigten hätten ihre Patienten sonst nicht ordentlich versorgen können, zum Beispiel beim Frühstück. Die Kolleginnen und Kollegen tun aber alles dafür, die Menschen bestmöglich zu betreuen“, betont Dr. Arnold Rekittke von ver.di Hamburg. „Es ist bitter, dass für eine ordnungsgemäße Hygiene dabei keine Zeit ist. Mit noch so viel Einsatz kann nicht ausgeglichen werden, dass an allen Ecken und Enden Personal fehlt.“

Laut Robert-Koch-Institut sollte die Desinfektion vor und nach jedem Patientenkontakt 30 Sekunden dauern. Bis zu zwei Stunden braucht eine Pflegekraft dann pro Schicht dafür.

Bundesweit müsste es nach einer ver.di-Erhebung für eine sichere und gute Versorgung 162.000 Stellen in Krankenhäusern mehr geben, davon 70.000 Pflegefachkräfte. In Hamburg fehlen 4.200 Stellen.

Rekittke: „Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Gesundheit seiner Beschäftigten zu schützen. Es muss genug Personal zur Verfügung stehen, damit Patienten gesund und Pflegekräfte nicht selbst krank werden.“

ver.di fordert verbindliche Personalvorgaben per Gesetz, die für alle Krankenhausbereiche gelten sollten. Die Bundesregierung hat Personaluntergrenzen bisher nur für sogenannte pflegesensitive Bereiche auf den Weg gebracht. Die Personalausstattung müsse sich am konkreten Pflegebedarf der Patienten orientieren, so die Gewerkschaft. Zugleich fordert ver.di die Klinikbetreiber auf, Verantwortung für die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu übernehmen und für Entlastung zu sorgen.

Für Rückfragen:

Arnold Rekittke, ver.di Hamburg, 0170 – 6341249 

Michael Stock, ver.di Hamburg, 0170 – 401 76 75 

 

Pressekontakt

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