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ver.di und Betriebsräte in Privattheatern fordern:

ver.di und Betriebsräte in Privattheatern fordern:

13.06.2016

ver.di und Betriebsräte in Privattheatern fordern größere Unterstützung durch die Stadt


geänderte Fassung, 13.Juni 2016

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und Betriebsräte der Hamburger Privattheater fordern größere Unterstützung durch die Stadt. Hintergrund ist unter anderem ein aktuelles Gutachten der Hamburger Kulturbehörde, in dem eine Erhöhung des Förderbetrages um 2,7 Mio Euro auf insgesamt 10,9 Mio Euro im Jahr vorgeschlagen wird. Die Interessensvertretungen der Beschäftigten im Ohnsorg Theater, Ernst Deutsch Theater, den Kammerspielen und dem Altonaer Theater, sowie dem Winterhuder Fährhaus begründen ihre Forderung mit zunehmenden Leistungsdruck durch Personalabbau und den niedrigen Löhnen in der Branche.

 

„Wir halten die vorgeschlagene Erhöhung für dringend erforderlich und richtig“, sagt Agnes Schreieder vom ver.di Fachbereich Medien und Kultur. „Die Bedarfe sind mit Blick auf die Beschäftigten und ihre Arbeitsbedingungen sogar noch deutlich höher.“

„Wir arbeiten mit großer Leidenschaft und Professionalität für unsere Theater. Sowohl Künstlerinnen und Künstler, als auch alle anderen Berufsgruppen, ob freiberuflich oder fest angestellt, müssen dafür auch fair und ihren Leistungen entsprechend bezahlt werden können“, fordert Markus Gillich, Vorsitzender des Betriebsrates im Ohnsorg Theater.

„Nach nunmehr fast 7 Jahren stagnierender Zuwendungen bei wachsender Anzahl von Produktionen und Zuschauer ist eine massive Erhöhung der städtischen institutionellen Förderung für die Privattheater überfällig, erklärt Conny Winter vom Altonaer Theater/Kammerspielen.

„Wer im Privattheater arbeitet, muss Theater lieben“, sagt Sonja Lüders, Vorsitzende des Betriebsrates im Ernst Deutsch Theater fest. „Wegen des Kostendrucks konnten wir über die letzten Jahre dringende Nachbesetzungen nicht mehr vornehmen. Früher waren wir ungefähr 95 Beschäftigte, heute sind wir nur noch rund 85 fest Angestellte und Auszubildende. Die Arbeitsbelastung ist enorm gestiegen.“

 

Zum Hintergrund

ver.di vertritt sowohl Beschäftigte, die fest in den Theatern angestellt sind als auch freiberufliche Künstlerinnen und Künstler, sowie Theaterfachleute.

Ein zentrales Problem ist, dass Beschäftigte an den Privattheatern häufig jahrelang keine Lohnerhöhung erhalten und es keinerlei Verlässlichkeit über die Lohnentwicklung gibt. Dabei ist die Bezahlung an den Privattheater häufig sehr niedrig. Ausgebildete Bühnentechniker erhalten häufig kaum mehr als 10 bis 13 Euro brutto in der Stunde. Viele Beschäftigte erhalten oft nicht mehr als 2000,00 Euro brutto im Monat. Die Löhne für Fachhandwerkerinnen und Fachhandwerker, sowie für den  und Kostüm - oder Kartenservice liegen oft noch niedriger. Selbst Meister und Führungskräfte erhalten nicht wesentlich höhere Stundenlöhne.

Für Rückfragen:

Agnes Schreieder, ver.di Hamburg, 0151 14266043